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Beim GTV zählte jede Stimme

Gettorf Beim GTV zählte jede Stimme

Das zähe Ringen im Gettorfer Turnverein (GTV) um die neue Satzung ist beendet. Nach eineinhalbstündiger Diskussion ist das umstrittene Werk am Mittwochabend in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung verabschiedet worden. Nach geheimer Abstimmung war die erforderliche Mehrheit perfekt.

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Nach der geheimen Wahl zählen GTV-Mitglieder die Stimmen aus. Dabei erhält die neue Satzung die erforderliche Mehrheit.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. „Seid fair, akzeptiert das Ergebnis“, appellierte Vorsitzender Gunnar Buchheim an die Kritiker der neuen Satzung. 120 Ja- und 26 Nein-Stimmen hatte die Auszählung ergeben. Es gab erneut heftige Diskussionen unter den knapp 150 Besuchern im GTV-Heim.

 Es war bereits der zweite Anlauf. In der Mitgliederversammlung im März war die neue Satzung noch an der Dreiviertel-Mehrheit gescheitert. Eine Reihe von Vorstandsmitgliedern stand daraufhin für ihre Ämter nicht mehr zur Verfügung. Mitte April feilte der Verein (2300 Mitglieder) in einem Workshop erneut an dem Werk. Warum der Vorstand auf eine Änderung pocht, erläuterte Buchheim so: „Die alte Satzung ist überholt, gibt nicht mehr die Realität der täglichen Abläufe und Prozesse wieder.“ Es müsse leichter werden, ehrenamtliche Ämter zu übernehmen. Deshalb sollten Freiwillige von operativen Aufgaben entlastet werden. Für diesen Job sehe die neue Satzung einen Vorstand vor. Er werde künftig vom Aufsichtsrat bestellt und kontrolliert, der wiederum strategische Entscheidungen trifft.

 Trotzdem entflammte wieder eine heiße Diskussion über das Werk. Ein Knackpunkt: Wer soll über die Höhe des Basisbeitrags entscheiden? Laut neuer Satzung erledigt das künftig eine Delegiertenversammlung. Von Skeptikern kamen Einwände wie: „Ich möchte selbst über mein Portemonnaie entscheiden.“ Über den Beitrag müsse doch die Mitgliederversammlung abstimmen. „Ich sehe darin keine Entmündigung“, entgegnete Buchheim. Ihn wundere die Debatte, weil gar keine Erhöhung im Raum stehe: „Dem Verein geht es gut.“ Mitglieder könnten sich in der Delegiertenversammlung einbringen, dort bestehe Antrags- und Rederecht.

 Eine Machtkonzentration durch die neue Satzung? Dieser Befürchtung von Kritikern trat Buchheim ebenfalls entgegen: „Die Gefahr ist erheblich geringer als mit der alten Satzung.“ Er verwies auf den Aufsichtsrat als Kontrollorgan. Der GTV müsse sich neu aufstellen. „Wir sind kein ländlicher Verein mehr“, sagte der Vorsitzende.

 Als nun nach monatelanger Diskussion die Satzung abgesegnet war, herrschte in der Vereinsspitze sichtlich Erleichterung. Sie gelte aber erst nach der Eintragung ins Vereinsregister, so Geschäftsführer Thomas Glüsing. Da der Vorstand nach der vorigen Versammlung stark dezimiert war, gab es Wahlen. Gerd Klette (stellvertretender Vorsitzender), Bruno Stehn (Kassenwart), Hans-Jürgen Doose (Pressewart) und Peter Machatsch (Beisitzer) standen jetzt wieder zur Verfügung. Hinzu kam noch Lukas Fleischhauer (Beisitzer). Wie geht’s weiter? Aus den Sparten werden Abteilungen, die in Versammlungen Delegierte entsenden. In der Delegiertenversammlung wird ein Aufsichtsrat gewählt, der den Vorstand bestellt.

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