21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Die Neue aus dem Tierpark

FÖJ in Gettorf Die Neue aus dem Tierpark

Mit den Ziegen im Streichelzoo hat sich Christin Hüffer schon angefreundet. Gleich nach dem Betreten des Geheges stürmen die zutraulichen Wiederkäuer auf die 17-Jährige zu – klar, stets auf der Suche nach Futter.

Voriger Artikel
Notstand in der Kleiderkammer
Nächster Artikel
Endlich fällt der Bauzaun

Schnuppert bei den Ziegen im Streichelzoo hinein: Noch absolviert Christin Hüffer ein Praktikum im Tierpark, doch ab 1. August ist die 17-Jährige die neue FÖJlerin.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Dabei hat die junge Frau aus Sassenberg in Nordrhein-Westfalen gar keine Leckerli, sondern posiert bloß für ein Foto. Denn Christin Hüffer absolviert ab 1. August ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Tierpark Gettorf. Gegen neun Mitbewerber hat sich die Teenagerin durchgesetzt. Laut Volker Strehlow, Vorsitzender des Fördervereins, flatterten dem Tierpark sogar Anfragen aus Bayern auf den Tisch. „Ihre Bewerbung war sehr imponierend“, lobt der Freundeskreischef.

 Christin hat den Realschulabschluss in der Tasche. Zudem absolvierte sie einen Gruppenleiterkursus und arbeitete bereits als Betreuerin in einem Feriencamp für Kinder und Jugendliche. Warum zieht es ein Mädchen aus Nordrhein-Westfalen ausgerechnet nach Gettorf? Christin strebt eine Ausbildung zur Tierpflegerin an. Das FÖJ sieht sie als Einstieg. „Und in NRW gab es nicht so viele Möglichkeiten für mich“, berichtet sie. Zudem reizte Christin eine kleine Luftveränderung. Jetzt ist die angehende FÖJlerin in einer Wohnung in Revensdorf untergebracht. Denn um vorab einen Einblick in den Tierpark-Alltag zu gewinnen, absolviert Christin dort seit Monatsbeginn ein Praktikum. Was ihr bisher am besten gefallen hat? „Das Training mit den Kattas“, sagt sie spontan. An die Büroarbeit müsse sie sich dagegen erst noch gewöhnen.

 Wie der Hase läuft, erfährt die Praktikantin auch von Vorgängerin Jule Petersen, deren FÖJ-Zeit nun endet. Zum Abschluss stellte die 20-Jährige unter dem Motto Was summt denn da? einen Bienentag auf die Beine. Einige Fakten zu den Insekten, die Jule in Internet und Büchern recherchiert hat, brachten die Besucher im Forschercamp „i-Punkt-Natureum“ durchaus zum Staunen. Dass Bienen in gerade einmal zwei Minuten einen Kilometer weit fliegen können, war Karin und Werner Gimm aus Eckernförde sowie ihren Enkelkindern Vitus (8) und Solveig (6) neu. Trotzdem machten die beiden Lütten bei einem Quiz eine so gute Figur, dass ein Glas Honig als Belohnung heraussprang. Zudem erhielten die Besucher noch allerhand Informationen zum Bau von Nisthilfen. Knapp vier Wochen tüftelte Jule an dem „Bienentag“, ihrem FÖJ-Jahresprojekt. „Man muss einen eigenen Forschercamp-Tag gestalten“, erzählt die Kielerin, die zum Thema Wildbienen vor allem englischsprachige Info-Quellen verwendete. Nach einem Jahr im Tierpark fällt ihre Bilanz positiv aus. „Es war genau so, wie ich es mir vorgestellt habe“, schwärmt Jule. Sie bezeichnet das FÖJ als gute Startmöglichkeit nach der Schule ins Berufsleben. „Die Tierpfleger haben mich als vollwertiges Mitglied behandelt“, freut sie sich. Als besonderer Höhepunkt werde ihr das Training mit den Affen in Erinnerung bleiben. Jetzt beginnt Jule ein duales Studium an der Altenholzer Verwaltungsfachhochschule, weil sie zur Kripo möchte. Lob gab es von ihrer Nachfolgerin: „Ich kann mir schon einiges bei ihr abschauen“, sagt Christin.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3