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Fünf Tage, 160 Filme

Green Screen Fünf Tage, 160 Filme

Die Nominierungsjury für das zehnte Internationale Naturfilmfestival Green Screen in Eckernförde hat getagt. 160 Filme sahen die sechs Jurymitglieder an fünf Tagen, um vorab die Produktionen auszuwählen, die das Publikum dann im September im Ostseebad sehen kann.

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Seit Sonnabend im Einsatz: Udo A. Zimmermann, Manfred Ladwig und Michael Packschies (stehend von links) sowie Mirco Tribanek, Heiko de Groot und Claudia Sewig (sitzend von links) nominierten aus den eingereichten Beiträgen für die vielen Kategorien jeweils drei Naturfilme für das Festival im September.

Quelle: Uwe Rutzen

Manfred Ladwig hat als Umweltredakteur beim SWR schon über unzählige Themen berichtet. Die Geburt eines Eichhörnchens gehörte noch nicht dazu. Als Mitglied der Nominierungsjury für das 10. Internationale Naturfilmfestival Green Screen durfte der studierte Biologe das jetzt zumindest auf der Leinwand miterleben. Seit dem Wochenende tagt die fünfköpfige Jury im Eckernförder Stadthotel, um aus 160 eingereichten Produktionen (dazu kommen 40 Kurzfilme, die nicht gesichtet werden) jeweils drei für die zu vergebende Preise auszuwählen. Insgesamt gibt es 16 Kategorien.

 Für die dicken Schneeflocken, die direkt vor dem Fenster zu Boden fallen, haben weder Manfred Ladwig noch Biologin und Wissenschaftsjournalistin Claudia Sewig, Kameramann Mirco Tribanek, Filmemacher Heiko de Groot und der ehemalige BR-Redakteur Udo A. Zimmermann ein Auge. Seit Sonnabend sitzen die fünf Jurymitglieder zusammen mit Moderator Michael Packschies in einem kleinen, abgedunkelten Raum des Stadthotels. Süße Stimmungsaufheller, reichlich Obst sowie ganz viel Kaffee und Tee griffbereit neben sich, ist der Blick fast pausenlos auf den großen Flachbildschirm direkt vor ihnen gerichtet.

 Dort spinnen mal kleine und gar nicht so eklige Spinnen ihre filigranen Netze, während kurz darauf der Nestbau von Wasseramseln gezeigt wird. Es sind faszinierende Aufnahmen, die alle begeistern. „Die Zuschauer dürfen sich auf ein breites Spektrum wunderbarer Filme freuen“, verspricht Manfred Ladwig.

 Doch es ist keineswegs alles heile Welt, was Filmemacher aus 23 Nationen für das diesjährige Festival im September eingereicht haben. Dass neue Kernkraftwerke in Südafrika entstehen, dass die Vermüllung der Meere durch Plastik in erschreckendem Maße voranschreitet und dass Kreuzfahrtschiffe die Ostsee ganz erheblich belasten, bleibt in kritischen und umfassend recherchierten Beiträgen nicht unerwähnt.

 Heiko de Groot ist überrascht, dass in diesem Jahr auffallend viele Afrikafilme eingereicht wurden. Auch hierfür nutzten die Kameraleute die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Technik. Der Einsatz von Drohnen, GoPro-Kameras und Highspeed-Aufnahmen scheint fast schon selbstverständlich. Dass Probleme von Mensch und Natur aber auch mit ganz einfachen Mitteln herausgearbeitet werden können, überrascht die Jury nicht minder.

 Eher außergewöhnlich ist es, dass einzelne Beiträge aussortiert werden, weil sie gesetzliche Bestimmungen verletzen. In einem Film, so erläutert Heiko de Groot, seien Greifvögel für die Kameras durch bewusst platzierte lebendige Köder angelockt worden. Weil Lebendfütterung in Deutschland verboten ist, wurde der Film von den Juroren sofort aussortiert.

 Und was wünscht sich die Jury für die Zukunft des Naturfilms? Claudia Sewig muss nicht lange überlegen: „Endlich wieder ein Kino für Eckernförde.“

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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