7 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Historische Glocke geht auf Reisen

St.-Nicolai-Kirche Historische Glocke geht auf Reisen

Das war Maßarbeit. Mit einem Teleskopkran wurde Donnerstag die große Glocke der St.-Nicolai-Kirche aus dem Glockenstuhl gehoben. Der historische Klangkörper muss saniert werden – ebenso wie der Glockenstuhl. Die nächsten zwei Monate bleibt das Geläut von St. Nicolai stumm.

Voriger Artikel
Steigende Übernachtungszahlen
Nächster Artikel
Minions am Strand

Mit einem Kran wird die sanierungsbedürftige Glocke der St.-Nicolai-Kirche aus dem Glockenstuhl gehoben.

Quelle: CRISTOPH ROHDE

Eckernförde. Ganze 1,1 Tonnen wiegt die mächtige Hauptglocke, die 1598 von dem bekannten Glockenbauer Melchior Lukas Brant aus Husum gefertigt wurde. Glocken von Brant – auch „Lucas Melchior Grapengeter“ genannt – hängen in vielen bedeutenden Kirchen im Norden. Der Bronzeriese von St. Nicolai fügt in dem Geläut seinen modernen kleineren Schwestern aus den 1960er-Jahren den Ton E hinzu. „Die anderen beiden Glocken tönen in A und G“, erläutert Küster Fritjof Behrens.

Oben, unter dem Kirchendach, haben Jürgen Schwarck und Thomas Thumm von einer Hamburger Spezialfirma für Glocken-Ein- und -Ausbau bereits ganze Arbeit geleistet. Mit Greifzügen und schweißtreibender Handarbeit wurden die drei Glocken des Geläuts aus dem Glockenstuhl gehoben. Ebenso die beiden Kleinen für die Viertelstunden- und Stundenanzeige der Uhr. Auf der großen Hauptglocke ist noch der Buchstabe „D“ zu erkennen. „Das stand für historisch“, erläutert Thumm. Die Glocke lag in den Kriegsjahren auf dem Altonaer Glockenfriedhof. Das „D“ bewahrte sie vor dem Einschmelzen, so dass sie nach Kriegsende wieder abgeholt werden konnte.

Was der Glocke inzwischen fehlt, ist allerdings die Krone. Sie soll jetzt in Holland von Spezialisten nachgegossen und dauerhaft mit der Glocke verschweißt werden. Laut Architekt Dietrich Fröhler, der die Sanierung der St.-Nicolai-Kirche begleitet, wird sich der Klang dann deutlich verbessern. Dazu trägt auch der Umbau des Jochs, an dem die Glocke hängt, von Metall auf Eichenholz bei. Wie Fröhler erklärt, soll der gesamte Glockenstuhl, der in den vergangenen Jahrhunderten stark verändert wurde, wieder in einen originalgetreuen Zustand versetzt werden. Die Glocken rücken dann an ihre alte Position.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3