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Digitale Medien gegen Einbrecher

Strande wehrt sich Digitale Medien gegen Einbrecher

Strande will Einbrechern auf digitalem Weg das Handwerk legen. Von einem privaten Sicherheitsdienst bekommen Bürger jetzt eine Warnung aufs Handy, wenn Kriminelle am Werk sind und es jemand bemerkt. Ziel: Die Gewarnten vergraulen Verbrecher dann mit Hilfe besonders heller Beleuchtung und belebten Straßen.

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Jörg Schmidt, Leiter der Polizeistation in Altenholz, zeigt der stellvertretenden Bürgermeisterin Claudia Sieg, wie eine gute Fenstersicherung funktioniert.

Quelle: Cornelia Müller

Strande. Volles Haus im Strandhotel am Mittwoch, 2. Dezember. Die Gemeinde hat zum Präventionsabend mit der Polizei geladen. Und die neue Initiativgruppe Sicherheit stellt die von Strandern ersonnene digitale Nachrichtenkette vor, die ab sofort funktioniert. Das System ist von der Polizei abgesegnet. Man hat Mühe, Jens-Uwe Beucke, Geschäftsführer der IT-Fima d.velop, im übervollen Saal zu verstehen. Macht nichts, denn der Strander wird zusammen mit Guido Kutschmann von der Kieler Wach- und Schließgesellschaft den ganzen Abend lang Einzelfragen zu dem Projekt, das einmalig sein dürfte, beantworten. Auch die zwei Beamten von der Präventionsstelle der Polizeidirektion Neumünster, der Leiter der Polizeistation Altenholz, Jörg Schmidt, Guido Kutschmann von der Kieler Wach- und Schließgesellschaft (KWS) sowie die Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes, einer Tischlerei und zweier regionaler Firmen für Sicherheitstechnik werden die nächsten vier Stunden viel aufklären.

 „Ich bin sehr froh über diesen Abend“, sagt Claudia Sieg. Die stellvertretende Bürgermeistern (SPD) lässt sich von Schmidt zeigen, wie das gesicherte Fenster aussieht und welche Mechanismen man nachrüsten kann. Selbst nach den Wochen, in denen Wohnhäuser reihenweise am frühen Abend aufgebrochen wurden, während die Bewohner außer Haus waren, gab es „noch vier weitere Versuche“, listet Bürgermeister Holger Klink (CDU) auf. Und das, obwohl die Polizei zeitweise jedes Auto an den Ortszufahrten kontrolliert hatte. Dass Kriminelle zuletzt erfolglos abzogen, führt er auch auf spontan gebildete kleine SMS- und Whatsapp-Gruppen zurück, die nun zusammengeführt werden.

 Prof. Fritz Schäfer, Beucke und andere hatten die Sicherheitsgruppe initiiert. „Wir wollten keine Bürgerwehr, sondern ein System, das für alle da ist und auf Knopfdruck rundum warnt“, erläutert Schäfer. Beuckes Firma setzte die Idee mit der KWS um. Sein Unternehmen finanziert die Nachrichtenkette auch in den ersten Monaten. „Die Erfahrung wird zeigen, was es bringt. Um die Kosten gering zu halten, setzen wir in erster Linie auf Whatsapp. SMS-Nachrichten sind aber möglich.“ „Auch für uns ist die Aktion Neuland“, bestätigt Kutschmann. „Die KWS-Zentrale ist 24 Stunden besetzt. Wir geben den Warnruf nur nach straftatrelevanten Vorfällen an alle registrierten Strander ab – vorausgesetzt, dass der Anrufer vorher Polizeiruf 110 verständigt hat.“ Über 60 Strander haben sich nach diesem Abend schon angemeldet.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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