21 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Diskussion um Wohneinrichtung

Gettorf Diskussion um Wohneinrichtung

Im leerstehenden Altenheim am Hainweg entsteht eine Wohneinrichtung für trockene Alkoholiker mit Korsakow-Syndrom. Allein diese Pläne der Brücke Rendsburg-Eckernförde boten genug Diskussionsstoff für die Gettorfer Einwohnerversammlung am Mittwochabend im Hotel Stadt Hamburg.

Voriger Artikel
Im Wald geht es hoch hinaus
Nächster Artikel
Selbstbewusst mit klaren Zielen

Im Publikum tauchten Fragen zu den Plänen der Brücke Rendsburg-Eckernförde in Gettorf auf.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Hinzu kam noch die Kinderbetreuung als Dauerthema in der Gemeinde. Weil nur knapp 70 Besucher im Saal waren, zeigte sich Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) „ein bisschen enttäuscht“ – trotz des sonnigen Grillwetters.

 Zunächst ging es um die Pläne für das frühere Altenheim. Laut Projektentwickler Franz Manzke sollen Teile des Gebäudes, das der Brücke gehört, als Wohnhaus für Menschen mit Korsakow-Syndrom und chronisch mehrfach beeinträchtigte Abhängigkeitserkrankte (CMA) dienen. Vorgesehen sind 24 Plätze, die an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr betreut werden. Im Publikum tauchten Fragen auf: Ob die Brücke in der Planung stecke oder bereits die Durchführung laufe? Manzke zufolge ist der Bauantrag gestellt, die Umbauarbeiten sollen jetzt Mitte Mai beginnen. Der Einzug sei für Herbst geplant.

 Kritik aus dem Saal, dass die Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt würden, ließ der Bürgermeister nicht gelten. Die Brücke halte sich als Eigentümer des Gebäudes an einen städtebaulichen Vertrag. Gleichwohl gab es Zweifel, ob eine Suchthilfe-Einrichtung an einem Schulweg liegen sollte. „In Büdelsdorf ist sie sogar im Wohngebiet“, sagte Norbert Behrends, selbst trockener Alkoholiker und Bewohner einer Brücke-Einrichtung. Manzke kündigte an, dass es nach dem Einzug einen „Kennenlerntag“ im Wohnhaus geben werde.

 Und die Kinderbetreuung? Die Umbauarbeiten im alten GSC-Vereinsheim am Ringweg haben begonnen, wie Baasch berichtete. In dem Gebäude soll am 1. Juni eine provisorische Kindertagesstätte den Betrieb aufnehmen, bis die geplante fünfgruppige Kita am Ofeld 2017 steht. Claudia Peters vom Kieler Betreiberverein für pädagogische Initiativen und Kommunikation (Pädiko) stellte das Konzept mit Experimentieren, Kreativität, Musik und vegetarischer Kost vor. Ob sich die Ernährung für kleine Kinder eigne? „Ja, das zeigt uns die Erfahrung“, erwiderte die Pädagogin unter Verweis auf Kieler Einrichtungen. Selbst skeptische Eltern seien überzeugt worden. Ein Info-Abend in der Kita ist am Dienstag, 24. Mai, 19.30 Uhr. Zudem stellte Bodil Maria Busch (Grüne) aus dem Kita-Ausschuss die zentrale Anmeldung für Gettorfer Kindertagesstätten beim Amt vor. So müssten Eltern nicht mehr alle Kitas abklappern. Zum 1. Juni dieses Jahres könnten alle Gettorfer Kinder in der Gemeinde betreut werden, sagte Tomas Bahr vom Amt. Für 2017 zeichne sich jedoch ein Mangel an Kita-Plätzen ab, worauf mit Tagespflege, Erhöhung der Gruppenstärke oder der Nutzung von Umland-Kitas reagiert werde.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3