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Doch wieder der Bahnhof?

Kinostandort Doch wieder der Bahnhof?

Ungeachtet einstimmig gefasster Entscheidungen der vergangenen Monate, in denen sich die Ratsversammlung dafür ausgesprochen hat, das Bahnhofsgelände als möglichen Kinostandort aufzugeben, werden aus den Reihen von SPD und Grünen wieder Stimmen laut, es dort doch noch einmal zu versuchen. Bürgermeister Jörg Sibbel reagiert verärgert: „Für die Verwaltung ist das unerträglich.

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Hier sollte eigentlich das neue Kino entstehen, doch Stadt und Bahn konnten sich auf keinen Kaufpreis einigen. Im vergangenen Sommer verabschiedete sich die Ratsversammlung von den Plänen.

Quelle: Pörksen

Eckernförde. Rund eineinhalb Jahre lang hatten sich der Bürgermeister und Vertreter der Verwaltung intensiv um einen Ankauf des Bahnhofsgeländes bemüht. Letztlich erfolglos, weil man sich mit der Deutschen Bahn als Eigentümer nicht auf einen Kaufpreis verständigen konnte. Lag 2007 noch ein Angebot von 600000 Euro vor, so wurde es im Vorjahr auf 900000 Euro erhöht. Zudem verlangte die Bahn die unentgeltliche Zurverfügungstellung von 215 Quadratmetern für einen eigenen Store. Weil für den Abriss des Gebäudes, den Rückbau der Technik und eine Container-Nutzung für die mehrjährige Bauphase noch mehr als 600000 Euro hinzukommen sollte, winkten der potentielle Investor und die Stadt ab. Die Eckernförder Politik fasste daraufhin im Sommer 2015 den einstimmigen Beschluss, den Aufstellungsbeschluss für einen entsprechenden B-Plan am Bahnhof aufzuheben und den Bau eines Kinos sowie mehrerer Geschäfte an diesem Standort nicht weiter zu verfolgen.

 In der Folge wurde der Bürgermeister mit dem Mandat ausgestattet, Verhandlungen für ein Kino auf dem Gelände des Skaterparks aufzunehmen und Gespräche mit dem Kleingartenverein sowie den jugendlichen Nutzern des Skaterparks zu führen, mit dem Ziel, diesen auf die andere Seite des Schulwegs, wo sich derzeit noch Kleingärten befinden, zu verlegen. Die Jugendlichen seien zwar nicht begeistert gewesen, hätten sich mehrheitlich aber aufgeschlossen gezeigt, sagte Sibbel. Auch, weil es eine Zusage gab, erst eine neue Skateranlage zu schaffen, bevor die alte entfernt wird, um Platz für ein Kino zu machen.

 Nach Aussage des Bürgermeisters gebe es keine vergleichbare Fläche im Innenstadtbereich, die sich für ein neues Kino so eigne wie der Skaterpark. Das hätten auch Gespräche mit möglichen Betreibern ergeben. Nach fast vierjähriger Suche nach einem Standort sollte die Politik nunmehr eine zeitnahe Lösung anstreben, sagte er. Der Anregung des SPD-Ratsherren Jürgen Neumann, den Bahnhof zum genannten hohen Preis zu erwerben und mit einer Differenz zu Lasten der Stadt an den Investor weiter zu veräußern, erteilte Sibbel eine klare Abfuhr. So etwas sei allein schon aus Gründen der Gleichbehandlung nicht möglich, denn man würde dadurch einen Kinobetreiber subventionieren.

 Ob es in absehbarer Zeit eine politische Mehrheit für den Skaterpark als Kinostandort geben wird, muss abgewartet werden. Eines steht für den Bürgermeister allerdings schon jetzt fest: „Wir können nicht noch mal eineinhalb Jahre lang diskutieren.“

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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