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Vereinsheim ohne „Edel“

EMTV plant Sanierung Vereinsheim ohne „Edel“

Für viele Mitglieder des Eckernförder MTV ist es schlicht unvorstellbar: Das Vereinsheim ohne „Edel“? Nach 23 Jahren gibt Edelgard Höneise die Gastronomieleitung ab. Mit dieser Entscheidung brachte sie den Vorstand vorübergehend kräftig in die Bredouille. Doch seit Dienstag steht fest: Es soll ohne „Edel“ weitergehen.

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Dass Edelgard Höneise sich für den Ruhestand entschieden hat, wird von allen bedauert. Anna Peters und Birgit Oestreich (von links) hoffen jedoch, dass sie auch unter einem neuen Pächter als Servicekräfte dem EMTV-Heim erhalten bleiben.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Am 29. Februar 2016 ist Schluss. Die 68-Jährige dreht den Bierhahn zu und schließt die Küche ab, denn sie möchte künftig mehr Zeit für die Familie haben.

 Das Problem, das sich den Verantwortlichen stellte, ist schnell erklärt: Mit dem Abschluss eines neuen Pachtvertrages greifen auch neue gesetzliche Auflagen für gastronomische Betriebe. Und die sehen nicht nur kostenintensive Umbauten in der Küche, sondern auch die Schaffung eines eigenen Sanitärbereichs für die Mitarbeiter sowie einen Sozialraum vor. Werden diese Auflagen nicht erfüllt, gibt es keine Konzession. Der Vorstand des Vereins stand also vor der Frage: Wollen wir viel Geld in die Hand nehmen, um das Heim samt Gastronomie zu erhalten oder sollte das rund 140 Quadratmeter große Gebäude einer anderen Nutzung zugeführt werden?

 Um Antworten darauf zu finden, wurde ein für alle offener Arbeitskreis installiert. Und der – so zeigte sich am Dienstagabend – hat seine „Hausaufgaben“ gründlich gemacht. Die 151 Mitglieder, die zur außerordentlichen Versammlung gekommen waren und dem Heim damit die räumlichen Grenzen aufzeigten, wurden umfassend von Ehrenmitglied Hartmut Blenckner informiert. „Wir haben offen und wertfrei diskutiert“, fasste er die zahlreichen Treffen der zurückliegenden Wochen zusammen. Dabei sei es um Notwendigkeiten und Realisierbarkeit, vor allem aber auch um anfallende Kosten gegangen.

 Ein Verkauf des Hauses, ein Abriss des bestehenden und der Bau eines neuen Heimes seien schnell verworfen worden. Auch mit der Schaffung eines Kraftraums oder eines Tanzsaals im Gebäude konnte man sich letztlich nicht anfreunden – unter anderem wegen der anfallenden Kosten und weil im Gegenzug nur wenige der insgesamt 2250 EMTV-Mitglieder von dieser Maßnahme profitiert hätten. Eine Verlagerung der Geschäftsstelle sei ebenfalls diskutiert, aber schließlich auch verworfen worden.

 Letztlich habe man sich in der Fortführung des Restaurantbetriebs „festgebissen“ und für diesen Weg nach Lösungen gesucht. Für maximal 90000 Euro könnte die Küche nach den Erfordernissen umgebaut und eine Personaltoilette sowie ein kleiner Sozialraum geschaffen werden. Ein Kredit mit einer Laufzeit von zehn Jahren würde bei dieser Summe eine monatliche Belastung von 800 Euro für den Verein bedeuten. Sollte ein Großteil der Arbeiten in Eigenleistung durch die Mitglieder erbracht werden, könnten mit der Kreditsumme sogar noch weitere Erhaltungsmaßnahmen am Vereinsheim (unter anderem eine Dachsanierung) vorgenommen werden. 150 der 151 Mitglieder sprachen sich für diese Lösung aus.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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