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Mikroplastik und Kosmetik

Eckernförde Mikroplastik und Kosmetik

Was der Mensch ins Meer kippt, kommt irgendwann zu ihm zurück. Über die Problematik von langlebigem Plastik in den Ozeanen klärt derzeit eine Ausstellung im Eckernförder Ostsee-Info-Center (OIC) auf. Für Schulklassen bietet das OIC spezielle Aktionen an.

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Eifrige Müllsammler: Schüler der siebten Klassen der Gemeinschaftsschule Kiel/Elmschenhagen schauen sich im Rahmen der OIC-Aktion auch am Strand um – und werden fündig.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Am Donnerstag waren 45 Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen aus der Gesamtschule Kiel/Elmschenhagen im Ostseebad zu Gast. Für die eine Klasse geht es zunächst an den Strand – mal sehen, was sich dort noch an Müll findet. „Iiih, ein toter Vogel“, ruft eine Schülerin und zeigt auf die tierischen Überreste im angeschwemmten Seegras. Doch das ist Natur. Schnell findet sich anderer Unrat: Reste des Silvesterfeuerwerks, Verpackungen, Schraubdeckel, alte Taue, eine Plastikflasche. „Verpackungen sind das größte Problem“, sagt Biologie-Lehrerin Nadine Egli, die das Thema Müll und Meer im Unterricht aufgegriffen hat. Gerade Kunststoffe zersetzen sich extrem langsam. Plastikflaschen etwa erst nach 450 Jahren.

Bei den Schülern ist das Bewusstsein für saubere Meere geweckt. „Ich bin voll gerne am Strand“, sagt Laura (12). „Aber es ist blöd, wenn überall Müll herumliegt.“ In Eckernförde ist das vergleichsweise wenig. Zumal es hier eine Strandreinigung gibt. Doch Laura weiß inzwischen auch von den riesigen Plastikstrudeln in den Ozeanen. „Die sind viermal so groß wie Deutschland“, hat sie sich gemerkt.

Im Ostsee-Info-Center begibt sich derweil die andere Klasse auf die Spuren des Mikroplastiks. Diese kleinen Teilchen werden von vielen Kläranlagen nicht erfasst und landen dann über das Abwasser im Meer. Wo Mikroplastik herkommt? OIC-Mitarbeiterin Hannah Sliwka verweist beispielsweise auf Peeling-Masken und Sonnencremes, die solche künstlichen Zusätze enthalten können. Früher fanden sich die Teilchen auch in der Zahnpasta.

Die Schüler machen den Versuch: Eine-Peeling Creme wird in Wasser aufgelöst, das Ganze gefiltert und dann getrocknet. Übrig bleiben weiße Kügelchen, die sich zum Schmelzen bringen lassen. Eindeutig: Hier handelt es sich um Kunststoff. „Meine Mutter hat bei Hygieneprodukten schon immer drauf geachtet“, erzählt Kenneth (12). Jetzt will auch er Mikroplastik möglichst vermeiden.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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