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Weltladen-Konzept ist aufgegangen

Bilanz Weltladen-Konzept ist aufgegangen

In einem kleinen Laden in der Nicolaistraße 21 in Eckernförde ist die Welt zu Gast. Hier gibt es Körbe aus Marokko, gestaltete Altmetall-Uhren aus Kolumbien und Kaffeebohnen aus Brasilien. Der Weltladen des offenen evangelischen Jugendtreffs „Das grüne Haus“ ist so bunt wie sein Angebot. Ein Jahr nach Einzug zieht dessen Leiter Klaus Kaiser Bilanz.

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Nachmittags verkaufen Jugendliche im Weltladen: Ole Engelbrecht (18) und Katharina Köhler (16) gibt der Ansatz des fairen Handels „ein gutes Gefühl“.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Katharina Köhler gehört schon zur Stamm-Crew. Die 16-jährige Jungmann-Schülerin opfert drei Stunden in der Woche dem Weltladen. „Das macht total Spaß“, sagt sie. „Man verkauft Sachen aus den unterschiedlichsten Winkeln der Welt und hilft über den Verkauf gleichzeitig den Leuten in ihren Heimatländern.“ Ein gutes Gefühl gebe ihr diese Art des Handels, erzählt Katharina. Gleichzeitig lernt sie, wie ein Geschäft funktioniert. „Die ersten Kartenzahlungen waren schon ein Herausforderung“, räumt sie ein. Ihr zur Seite steht an diesem Tag Ole Engelbrecht. Der 18-Jährige ist ebenfalls begeistert von dem Konzept. „Die Hersteller der Produkte bekommen faire Preise“, sagt er. Das könne er guten Gewissens unterstützen.

Zwar gibt es auf dem Sektor des fairen Handels auch schwarze Schafe, was mitunter zu Diskussionen führt. Doch die rund 800 Weltläden in Deutschland haben eigene Vertriebswege. „Grünes-Haus“-Leiter Kaiser erläutert, dass sich der Einkauf nur auf drei Säulen stützt: Produzenten, zugelassene Importeure und Weltläden. Und alle Drei würden vom Dachverband der Weltläden in Mainz kontrolliert. Fair heißt dabei nicht unbedingt gleich Bio – „ist es aber in den meisten Fällen“, sagt Kaiser. So seien die Lederwaren beispielsweise naturgegerbt. Ein gutes Beispiel für den fairen Handel sind für ihn die kreativ gestalteten Uhren aus Altmetall. Sie stammen aus einer Werkstatt in Kolumbien. „Der Rohstoff Metall wird wiederverwendet und der Verkauf der Uhren hilft, dass arme Familien in ihren Ländern leben können“, sagt Kaiser.

Einen Weltladen gibt es in Eckernförde seit den 1980er Jahren, damals unter Leitung von Albert Leuschner. Er war viel kleiner im damaligen „Grünen Haus“ und nur von Jugendlichen geführt. Das bedingte sehr eingeschränkte Öffnungszeiten und wenig Außenwirkung. Mit dem Neubau des „Grünen Hauses“ erhielt der Laden ein vollwertiges Schaufenster und eine größere Fläche. „In der Lage braucht es ein einladendes Geschäft“, sagt Kaiser. Derzeit wird der Weltladen zur Hälfte von Jugendlichen und von Erwachsenen betreut. So sind Öffnungszeiten auch vormittags und mittags während der Schulzeiten möglich. Erstaunlich für den Leiter: Während es bei den erwachsenen ehrenamtlichen Helfern mehr Fluktuation gebe, zeichneten sich die Jugendlichen durch viel Konstanz aus.

Renner im Weltladen sind vor allem Kaffee, Körbe und Schokoladen. Aber auch Tee, Honig, Nüsse, Kunsthandwerk, Schmuck, Schals und Lederwaren gehören zum Sortiment. Das Geschäft, so Kaiser, werde inzwischen von Stammkunden, Neugierigen und Touristen gut angenommen.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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