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Weißer Doc am Kilimandscharo

Eckernförde Weißer Doc am Kilimandscharo

Irgendwo in Tansania. Über viele Kilometer Schotterstraße rumpelt der Geländewagen im langsamen Tempo, bis das Wasso-Hospital erreicht ist. Hier, mitten in der Massai-Steppe, warten mehrere Hundert Patienten auf den Eckernförder Augenarzt Dr. Hans-Joachim Miertsch.

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Mit Spenden von 7000 Euro konnte Ingrid Miertsch erreichen, dass ein Kindergarten in Kibosho von Grund auf renoviert wurde.

Quelle: Ingrid Miertsch

Eckernförde. Der 68-Jährige trainiert freiwillig und unentgeltlich seit über zehn Jahren Mediziner in Afrika in Untersuchungs- und OP-Techniken. Seine Frau Ingrid (62) engagiert sich unterdessen für die Bildung der Kinder von Krankenhaus-Angestellten. Seit kurzem ist das Paar von seinem jüngsten Afrika-Einsatz zurück.

Zebras, Gnus und Giraffen begleiten die Miertschs auf der unwegsamen Route nach Wasso, das nahe an der Serengeti liegt. Dabei sind eine Optikerin aus München und ein einheimischer Fahrer. „Diesmal haben wir ein OP-Mikroskop mitgebracht“, erzählt Hans-Joachim Miertsch. Vor einem Jahr wurde hier mit seiner Hilfe eine Augenuntersuchungseinheit aufgebaut. Der Eckernförder weiß, dass die Zahl der Augenerkrankungen in Afrika hoch ist. Vor allem Entzündungen und Verletzungen plagen die Bewohner. Während die Optikerin eine Schwester im Anpassen von Brillen einweist, bespricht Miertsch mit dem Allgemeinarzt Dr. Mchana die Befunde. Einen Augenarzt gibt es in Wasso nicht. Das notwendige Basiswissen eignet sich Mchana an.

Es hat sich herumgesprochen, dass der deutsche Augenarzt vor Ort ist. 300 Patienten kommen an drei Tagen. So kann Miertsch etwa einem Mädchen helfen, dessen Augenlid durch eine Narbe heruntergezogen ist und damit zum Entzündungsherd wurde. Ein Transplantat aus dem Oberlid verschafft Abhilfe. Auf dem Rückweg nach Kibosho am Kilimandscharo gibt es noch einen Zwischenstopp im Charlotte Health Center, wo die Enkelin einer Nachbarin ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Auch hier werden noch einmal 100 Patienten untersucht und behandelt. Zurück in Kibosho trainiert Miertsch an der dortigen Augenklinik OP-Techniken mit vier Augenärzten. Vor allem, um den dort sehr verbreiteten Grauen Star zu behandeln.

Kinder, die in Tansania zur Schule gehen wollen, brauchen zwingend eine Schuluniform. Doch die Angestellten des Krankenhauses können sich eine solche Ausstattung häufig nicht leisten. Mit Hilfe von Spenden hat es Ingrid Miertsch jetzt 46 weiteren Kindern ermöglicht, zur Schule zu gehen. In elf Jahren konnten so insgesamt 656 Kinder an Bildung herangeführt werden. Nachdem die Grundschule renoviert ist, folgte für 7000 Euro jetzt die Grundsanierung des Kindergartens. Die Möbel kommen von einheimischen Tischlern. „Wir wollen die Bewohner vor Ort unterstützen“, betont Ingrid Miertsch, die auch in Schulen Vorträge über Tansania hält. Trotz des arbeitsreichen Einsatzes in Kibosho zieht sie positive Bilanz: „Es ist sehr bereichernd, die Herzlichkeit und Dankbarkeit ist dort sehr groß“.

So ist Hilfe möglich

Für 38 Euro kann ein Kind in Tansania mit einer Schuluniform, Materialien und der Schulspeisung für ein Jahr ausgestattet werden. Spenden kommen über das Ehepaar Miertsch direkt vor Ort an. Ein Buch über die Kinder von Kibosho ist für 15 Euro in der „Klamotte“, Ottestraße 13, in Eckernförde erhältlich. Fünf Euro davon gehen an das Hilfsprojekt. Am morgigen Freitag gibt es in der Jungmannschule ein Pausenfrühstück für den guten Zweck. Spenden sind auch möglich über den Ako-Aktionskreis Ostafrika, IBAN DE 41710520500005763099, Stichwort „Kinderhilfsprojekt Familie Miertsch“.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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