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Elternvertreter appellieren an die Stadt

Eckernförde Elternvertreter appellieren an die Stadt

Sie hatten, wie sie es selbst formulieren, gehofft, dass „irgendwann die Vernunft obsiegt und der Spuk wieder in der Schublade verschwindet.“ Da sich diese Hoffnung nicht erfüllt hat, wendet sich der Vorstand des Schulelternbeirates der Jungmannschule nun mit einem offenen Brief an die Stadt Eckernförde. Anlass ist das Radverkehrskonzept und der Schutzstreifen für Radfahrer auf der Sauerstraße.

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Gegen den Schutzstreifen für Radfahrer auf der Sauerstraße: Arne Materzok, Manuele Brückner, Carina Giese und Ingo Tiedemann (von links) vom Elternbeirat der Jungmannschule.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Rückblick: Ende Oktober 2015 war seitens der Stadt die Anbringung einer Markierung auf der Nordseite der Fahrbahn veranlasst worden. Wie berichtet, hatte das nicht nur bei Autofahrern, sondern nach Beendigung der Herbstferien auch bei Eltern, Lehrern und Schülern für Irritationen gesorgt, denn die Maßnahme war weder über die örtlichen Medien noch in Schreiben an die drei Schulen im Schulzentrum verbreitet worden.

Nachdem sich wiederholt Eltern über den Schutzstreifen beschwert hatten, verteidigte Bauamtsmitarbeiter Axel Sperber in der jüngsten Bauausschusssitzung die Maßnahme als gesetzlich vorgeschrieben und machte unter anderem deutlich, dass die Stadt keine andere Möglichkeit gehabt hätte, sondern „mit dem Rücken zur Wand“ stehe. Und genau das wird vom Schulelternbeirat der Jungmannschule bezweifelt. „Wenn der Handlungsspielraum der Stadt tatsächlich so gering ist, dann ist das entweder eine billige Schutzbehauptung, um unbequeme Kritik abzuweisen, oder aber – was noch schlimmer ist – ein Armutszeugnis der betreffenden Dienststellen der Stadt“, heißt es in dem vom Beiratsvorsitzenden Ingo Tiedemann unterzeichneten Schreiben. Er vertritt die Auffassung, dass eine Auswertung der Gegebenheiten in der Sauerstraße mit Augenmaß völlig gereicht hätte, um zu einem vernünftigen Ergebnis zu kommen und somit den Handlungsspielraum der Stadt voll auszunutzen.

Tiedemann hält es für unwichtig, wie viele Autos im Laufe eines Tages dort gezählt werden, um um die statistische Verkehrsdichte zu errechnen. Entscheidend sei allein die Verkehrsdichte in der Sauerstraße zwischen 7 und 8 Uhr morgens sowie zu den Schulschlusszeiten 13 Uhr, 14.15 Uhr und 15 Uhr für jeweils eine halbe Stunde. Für die Verkehrssicherheit der zumeist jugendlichen Radfahrer seien das die relevanten Zahlen. Zudem, so heißt es in dem Schreiben weiter, sei das simple Zählen von Autos nicht ausreichend. Das Problem sei vielmehr das Konglomerat aus „normalem“ Verkehr, Bring- und Abholdienst durch Eltern, der ausgeprägte Schul- und Linienbusverkehr und die große Anzahl der Rad fahrenden Kinder.

Sollte das Realität werden, so müssten die Schüler nach Auffassung des Elternbeirates mittags zu Dutzenden zeitgleich die Straße überqueren, um zum Schutzstreifen zu gelangen. Sie würden während ihrer Fahrt Richtung Rendsburger Straße massiv die abfahrenden Schul- und Linienbusse behindern. „Völlig irrwitzig“ würde das Ganze dann, wenn die Schüler durch den Kreisel fahren müssten, an dem viele Autofahrer „auch ohne Radfahrer schon überfordert sind.“ Den Kreisel darüber hinaus noch umbauen zu wollen, setze dem Ganzen die Krone auf. So würden die Busse noch mehr Schwierigkeiten bekommen, um zum Schulzentrum zu gelangen.

Die Elternvertreter appellieren an die Stadt, ihre Kinder nicht zu Hunderten auf die Straße zu zwingen.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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