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Im "Haus" kommen alle zusammen

Jugendzentrumin Eckernförde Im "Haus" kommen alle zusammen

Sie gehört in Eckernförde mittlerweile zum Weihnachtsfest wie Glühwein, Gans und Geschenke: die „Haus“-Party. Seit 2005 kommen in der Jugend-, Kultur- und Medienwerkstatt alle Jahre wieder bis zu 300 Menschen zusammen.

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Das "Haus" ist ihr Zuhause: Leiterin Nadine Förtsch (32) mit (v.li.) Erzieher Gordon Frey (40), Bufdi Chris Mau (20) und FSJler Nels Müller (19).

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Eckernförde. Dann wird gemeinsam fröhlich gefeiert und, wenn es sich um ältere Semester handelt, in Erinnerungen geschwelgt.

Das „Haus“ war in seinem Gründungsjahr 1971 eines der ersten selbstverwalteten Jugendzentren Deutschlands. Längst ist die Einrichtung kein reiner Jugendtreffpunkt mehr, sondern ein Kulturzentrum für alle Generationen. Der alle halbe Jahre neu gewählte Jugendrat ist nach wie vor eine demokratische Größe im von der Stadt getragenen „Haus“. „Der Jugendrat bestimmt zum Beispiel mit, welche Bands hier auftreten oder welche Workshops angeboten werden sollen“, erklärt Nadine Förtsch (32), die 2012 von „Haus“-Urgestein Alfred Kossakowski die Leitung übernahm. Dass die Jugendlichen heute angeblich unpolitischer sind als früher, trifft aus Sicht von Erzieher Gordon Frey nicht zu. „Sie engagieren sich hier sehr stark und bringen sich mit ihren unterschiedlichsten Ressourcen ein“, sagt der 40-Jährige, für den das Haus seit 28 Jahren ein echtes Zuhause ist. Als Zwölfjähriger kam er mit seinen Freunden zum Kickern, seit dreieinhalb Jahren ist er fester Mitarbeiter.

 Wie sich das „Haus“ und seine Besucher – auch optisch – seit den 70er Jahren verändert haben, das dokumentiert ein Film, der auf der „Haus“-Party in einer Endlosschleife gezeigt wurde. Alte Bekannte wiederzusehen, das war auch der Grund, warum sich Carsten Rix unter die vielen Partygäste gemischt hatte. Seine ersten „Haus“-Erfahrungen machte der 45-Jährige 1986. „Das war damals der einzige alternative Treffpunkt hier in der Gegend“ erinnert er sich, „und man bekam für wenig Geld ein Bier.“ Einen hohen Nostalgie-Faktor hatte auch die Musik, für die auf der „Haus“-Party gleich mehrere DJs verantwortlich zeichneten. Besucher Marc Lauenstein war begeistert. „Endlich mal wieder was für die Generation Ü40.“

 Für das neue Jahr kündigte Gordon Frey mehrere hochkarätige Konzerte an. Details wollte er noch nicht verraten. Nur so viel: „Es sind Bands, die normalerweise vor größerem Publikum spielen.“ Auch Kaberett und Theater stehen 2016 wieder auf dem „Haus“-Programm.

 Nadine Förtsch freut sich, dass im jetzt zu Ende gehenden Jahr wieder mehr junge Leute ins „Haus“ gekommen sind. „Unsere mit den Schulsozialarbeitern abgestimmte PR-Arbeit in den Schulen hat also etwas gebracht“, blickt sie zufrieden zurück. Zunehmend mischen sich nach ihren Worten auch Flüchtlinge unters „Haus“-Publikum. Die Integration funktioniere hervorragend.

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Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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