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Kein Kino im Skaterpark

Ratsversammlung Kein Kino im Skaterpark

Die Entscheidung fiel deutlicher aus als erwartet. 14 von 25 anwesenden Ratsmitgliedern sprachen sich am Montagabend gegen ein Kinocenter auf dem Skaterpark-Gelände am Schulweg aus. Die Konsequenz dieses Votums: Eckernförde wird auch in den kommenden Jahren ohne Lichtspielhaus sein.

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So hätte ein Kino mit Einzelhandel am Schulweg aussehen können. Ein Investor legte der Politik bereits erste Entwürfe eines kombinierten Neubaus vor.

Quelle: privat

Eckernförde. Ob Investoren aufgrund dieses Beschlusses nun abspringen und wann beziehungsweise wo stattdessen ein Kino entstehen könnte, vermag derzeit keiner zu sagen.

Nach einem Vorentscheid im Bauausschuss schien bereits alles gelaufen. Während CDU, SSW und ein Vertreter des Bürger-Forums (zusammen fünf Mandate) für ein Kino mit Einkaufscenter am Schulweg die Hand hoben, sprachen sich in der Sitzung am 2. März SPD, Grüne, Linke und ein weiterer Vertreter des Bürger-Forums gegen diesen Standort aus. Ein klein wenig Zuversicht kam auf, als bekannt wurde, dass sich die Parteien vor der anstehenden Ratssitzung noch einmal zusammensetzen wollten, um möglicherweise doch noch einen Mehrheitsbeschluss für ein Kino in Eckernförde zu erzielen. Sollten sich alle Seiten ein wenig bewegen, könnte am Ende „ein gutes Ergebnis erzielt werden“, hatte der Bauausschussvorsitzende Matthias Huber (Bürger-Forum) vor wenigen Tagen Optimismus verbreitet.

Doch die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen, war wohl doch nicht so groß wie erhofft. Nach einer langen, intensiv und sehr emotional geführten Debatte blieb fast alles wie gehabt. Bis auf die Tatsache, dass sich das Bürger-Forum nunmehr geschlossen gegen den Standort Skaterpark aussprach.

Wie groß das Interesse an der zeitnahen Realisierung eines modernen Kinos für Eckernförde ist, wurde durch die große Zahl der Besucher der Ratssitzung deutlich. „Wann hört diese scheußliche Posse endlich auf? Tun Sie ihre Arbeit“, zeigte sich Zuhörer Horst Robitzkat in der Einwohnerfragestunde erkennbar ungehalten über das „politische Gezänk“.

Dass die Verwaltung ihren Teil der Arbeit in den zurückliegenden zwölf Monaten geleistet hat, verdeutlichte Bürgermeister Jörg Sibbel. An sieben Standorten im Bereich der Innenstadt seien neun denkbare Lösungen geprüft worden. Doch nur ein Standort erfülle aus Sicht der Verwaltung die Anforderungen der Betreiber und sei zeitnah zu realisieren: das Grundstück des Skaterparks am Schulweg. Hier seien Bauherren und Kinobetreiber bereit, mehr als acht Millionen Euro zu investieren und mindestens 50 Arbeitsplätze zu schaffen.

Die Vertreter des Bürger-Forums, der SPD, der Grünen und der Linken äußerten an der Alternativlosigkeit des Standorts ihre Zweifel. Sie möchten vor einer Entscheidung eine städtebauliche Überprüfung des Areals zwischen Grünem Weg und Schulweg, einschließlich des ZOBs und des Bahnhofs in Gang setzen. Das sei ihnen wichtiger als die zeitnahe Realisierung eines Kinos, hieß es. Mit ihren elf Stimmen hatten die Vertreter von CDU, SSW und FDP dem am Ende nichts entgegenzusetzen.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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