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"Kieler Sprotte" wurde aufgehübscht

Museumsschiff "Kieler Sprotte" wurde aufgehübscht

Dass die Kieler Sprotte ihren Ursprung in Eckernförde hat, wissen die Einheimischen nur allzu gut. Bei der „Kieler Sprotte“, die knapp eine Woche lang in Eckernförde zu Gast war und am Montag wieder in die Landeshauptstadt zurückkehrte, verhält es sich hingegen etwas anders.

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Die „Kieler Sprotte“ wurde auf der „Lütten Werft“ in Eckernförde für die Saison auf Vordermann gebracht.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Der Ausflugsdampfer des Kieler Vereins Museumsschiff Kieler Sprotte wurde in der „Lütten Werft“ von Eckernförde für die in wenigen Wochen beginnende Saison auf der Kieler Förde auf Vordermann gebracht.

Alle zwei Jahre, so sagt Eigner Uwe Olsson, Vorsitzender des 15 Mitglieder zählenden Vereins, muss sich das Schiff einer Abnahme durch die Berufsgenossenschaft Verkehr unterziehen. „Die Ruderanlage hatte etwas Spiel. Und am Propeller mussten wir auch was reparieren“, erzählt Olsson über die Tätigkeit der zurückliegenden Tagen. Außerdem habe man bei der Gelegenheit gleich die Muscheln unter der Kiellinie entfernt und einen neuen Unterwasseranstrich aufgetragen. Da in Kiel derzeit keine geeignete Slipanlage frei war, steuerte die von einem 150 PS starken Motor angetriebene „Sprotte“ kurzerhand das nahegelegene Eckernförde an. Nach getaner Arbeit ging’s jetzt für die „Kieler Sprotte“ wieder zurück in den Heimathafen. Anfang Mai kann das Museumsschiff wieder gechartert werden – für kürzere Touren oder für Tagesausflüge auf der Förde. Durch den Salon im Inneren des Schiffes und den großen überdachten hinteren Teil ist der schmucke Oldtimer mit den beiden vollbusigen Meerjungfrauen am Bug für bis zu 50 Passagiere nutzbar.

Gebaut wurde der Dampfer 1905 auf der Neptun-Schiffswerft und Maschinenfabrik in Rostock. Noch im selben Jahr wurde er von der Ribnitz-Wustrower-Dampfschiffs-Gesellschaft in Wustrow in Dienst gestellt. Ursprünglich trug das Schiff den Namen „Großherzogin Alexandra“. Dabei handelt es sich um eine Tochter des Dukes of Cumberland und seiner Gemahlin, der Prinzessin Thyra von Dänemark.

Später wurde das Schiff auch als „Walter“ und als „Ueckermünde“ über viele Jahrzehnte im Linien- und Ausflugsdienst vor allem von Urlaubern auf der Darß-Zingster Boddenkette eingesetzt.

Während des Zweiten Weltkriegs diente das Dampfschiff als wichtiges Verkehrsmittel auf der Linie von Barth nach Prerow und Zingst sowie nach Dierhagen und Wustrow. 1955 wurde das knapp 22 Meter lange und 4,80 Meter breite Schiff zum Motorschiff umgebaut.

Acht Jahre später erwarb die Stadt Ueckermünde das Schiff. Bereedert wurde es in dieser Zeit vom Zweckverband Hafftourist, der es weiterhin für die Personenbeförderung nutzte. 1989 wurde es von der Stadt Ueckermünde als Technisches Denkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wende blieb es zunächst noch im Besitz der Stadt, wurde aber fortan von einem Förderverein betrieben.

Ein Kapitän namens Hess aus Belau erwarb den Oldtimer 1993 und verlegte ihn nach Kiel. In den Jahren darauf kam es zu mehreren Eigentümerwechseln, ehe es schließlich als „Kieler Sprotte“ vom Kieler Verein Museumsschiff übernommen und mit erheblichem Aufwand wieder hergerichtet wurde. Vom Kapitän- und Jachtcharter My Captain kann es für unterschiedlichste Anlässe gebucht werden.

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Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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