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Museumsleiter geht in Rente

Eckernförde Museumsleiter geht in Rente

Zum Aufräumen ist Uwe Beitz noch nicht gekommen. Am 29. Februar ist sein letzter Tag als Museumsleiter in Eckernförde, und in seinem Büro stapeln sich Bücher, Zeitschriften, Zeichnungen, Drucke und Kataloge. „Es nimmt kein Ende“, seufzt er, in den vergangenen 25 Jahren habe sich so einiges angesammelt.

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Über das Thema „Vesuv“, hier auf einer kleinen Grafik von Friedrich Thöming, hätte Museumsleiter Uwe Beitz gern eine Ausstellung gemacht. Der Aufwand wäre allerdings zu groß gewesen – das Thema zu unübersichtlich und umfangreich.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Und beim Sortieren falle ihm immer wieder etwas Aufbewahrenswertes in die Hände, das dann in einem der vielen Stapel vorläufig Platz findet.

Für seine Zeit in Eckernförde ist Beitz, der mit seiner Frau Ingrid Höpel in Schleswig wohnt, dankbar. Nach seinem Studium der Kunstpädagogik und später der Kunstgeschichte bewarb er sich in der ganzen Bundesrepublik und landete zunächst in den Landesmuseen Schloss Gottorf in Schleswig. „Das war der Sprung nach Schleswig-Holstein“, so Beitz, der so eine neue Heimat fand. „Die Stellen waren wie heute auch damals schon knapp für Kunstgeschichtler, aber die pädagogische Erfahrung machte den Ausschlag.“

Drei Jahre später folgte der Wechsel in das dortige Stadtmuseum, für das er seine erste Ausstellung organisierte: Gerhardt Bettermann. Dadurch habe er gute Verbindungen zur schleswig-holsteinischen Kunstszene bekommen, die bis heute andauern, erzählt er. Ende 1990 schließlich bewirbt er sich in Eckernförde auf die ausgeschriebene Stelle für das Museum. „Eigentlich hatten wir uns gedanklich schon von Schleswig-Holstein verabschiedet, weil sich hier nichts Neues ergab“, blickt er zurück. Doch dann macht er den Vorstellungstermin in Eckernförde beim damaligen Bürgermeister Klaus Buß und wird genommen. „Nach intensiver und detaillierter Befragung“, wie er noch heute in Erinnerung hat.

Die ersten drei Jahre läuft die Stelle als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, danach regulär. Schnell wird Uwe Beitz klar, dass für das Museum Sonderausstellungen elementar wichtig sind, um auf ordentliche Besucherzahlen zu kommen – mit der Dauerausstellung sind diese nicht zu erreichen, so attraktiv die auch sein mag. An die erste Sonderausstellung erinnert er sich noch gut: Peter Nagel. Der Kieler Maler und Professor der Muthesius Kunsthochschule wurde noch auf Vermittlung von Klaus Buß in die Pflicht genommen.

25 Jahre Museumsarbeit bedeuteten auch etwa 200 Ausstellungen. Doch der Aufwand sei immer größer geworden, so der Museumsleiter, so dass man inzwischen von acht auf sechs jährliche Ausstellungen zurückfahren musste. Seine letzte wird am kommenden Sonntag eröffnet: „Draußen“ heißt die Sondershow mit Bildern von Friedel Anderson.

Die gute Zeit hat überwogen, doch manchmal hätte sich Beitz mehr echtes Interesse der politischen Vertreter gewünscht. „Von Stellenstreichungen aus der Presse zu erfahren, das gehörte zu den Tiefpunkten meiner Zeit hier“, sagt der Kunsthistoriker. Da hätte er sich eine direkte Ansprache gewünscht.

„Glücklicherweise brauchen Kunsthistoriker kein Hobby“, so Beitz. Das Forschen gehe weiter. So möchte er sich ehrenamtlich weiterhin mit dem Maler Carl Bössenroth beschäftigen und ein Werksverzeichnis erstellen. Auch der Nachlass von Galerist Jens Meier sei ein Thema. Und: „Endlich werden meine Frau und ich Zeit haben, in andere Museen und Ausstellungen zu gehen sowie Städtereisen zu unternehmen.“

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