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Natur zu Gast im Klassenzimmer

Eckernförde Natur zu Gast im Klassenzimmer

Guck mal, da schlüpft einer – wie süüüß.“ Begeistert verfolgen die Schüler der 4b der Eckernförder Richard-Vosgerau-Schule, wie sich junge Meerforellen aus ihren Eiern zwängen. Die Aktion ist Teil eines Lachsenbach-Projekts, das die Grundschule seit zwei Jahren begleitet.

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Attraktion für die Schüler der 4b: In Wasserschälchen können Amelie (9), Emily (10) und ihre Klassenkameraden live das Schlüpfen von jungen Meerforellen erleben.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Im kommenden Frühjahr sollen die Fischlein in dem Fließgewässer, das am Borbyer Ufer mündet, ausgesetzt werden.

Ende November hatten die Schüler bereits die Meerforellen-Brutanlage in Alt Mühlendorf bei Warder besucht. Dort durften sie helfen, die Eier abzustreifen, und erleben, wie die Befruchtung funktioniert. Jetzt zeigt Fischwirtschaftsmeister Albrecht Hahn den Schülern, was seitdem passiert ist. Mitgebracht hat er die inzwischen herangreiften Meerforelleneier. „Glibberig“ hätten sie sich damals angefühlt, rekapitulieren die Schüler. Nun sind sie hart wie kleine Glaskugeln geworden. In einer Brutschale wuchsen sie heran. „Sie entwickeln sich langsam, da das Wasser kühl ist“, erläutert Hahn. Mittlerweile sind über zwei Monate vergangen, und die Kinder sind neugierig, ob sich jetzt etwas tun wird. Gebannt beobachten sie unter der Lupe die Brut. Dann passiert das Erhoffte: Ein Brütling zwängt sich durch einen Spalt der Eihülle ins Freie. Hahn legt die Brutschale auf einen Projektor, der das Geschehen für alle sichtbar auf die Leinwand wirft. Das Rückgrat des Fischleins ist zu sehen und auch die Ansätze für die Augen. Auffällig ist der große Dottersack, in dem die kleine Meerforelle ihren „Proviant“ für die erste Lebenszeit mitführt. 1000 Eier und mehr kann eine Meerforelle pro Kilogramm Fischgewicht produzieren. Doch nur die wenigsten kommen durch. „Ein Prozent schafft es“, erläutert der Fischexperte den Kindern. Der Rest sei aber für die Natur nicht verloren. Er diene anderen Fischen wiederum als Nahrung. Die Schüler sind fasziniert von dem praxisnahen Unterricht, rufen am Ende: „Dürfen wir die Pause durchmachen?“

Die Richard-Vosgerau-Schule ist nach Angaben von Lehrerin Hildegard Schenk, die das Lachsenbach-Projekt betreut, als Zukunftsschule für Projekte nachhaltiger Bildung anerkannt. „Wir wollen jetzt die nächste Stufe erreichen.“ Auf Kontinuität setzt auch die Meerforellen-Aktion: Im Frühjahr sollen die Jungfische im Lachsenbach ausgesetzt werden, und im Sommer ist eine Beprobung geplant, um zu prüfen, ob sich dann wirklich vier Zentimeter große Meerforellen im Lachsenbach tummeln.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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