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Warten auf ein neues Kino

Eckernförde Warten auf ein neues Kino

Wo soll in Eckernförde ein Kino entstehen? Diese Frage ist nach dem Aus für den Standort Bahnhof noch nicht entschieden. Die Verwaltung will jetzt der Politik den Skaterpark als aus ihrer Sicht einzig realistischen Standort vorschlagen. „In den nächsten Wochen muss eine Entscheidung fallen, ob wir ein Kino wollen oder nicht“, sagt Bürgermeister Jörg Sibbel im KN-Gespräch.

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Nur ein Schild weist bislang auf das Projekt Nooröffnung hin. Als erstes Vorhaben soll dieses Jahr der Neubau des Parkhauses Noorstraße angepackt werden. Kino und Verbrauchermarkt könnten auf der anderen Seite des Schulwegs auf dem Skaterpark entstehen. Entschieden ist allerdings noch nichts.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Seit vier Jahren ist Eckernförde ohne kommerzielles Lichtspielhaus. „Ein Gewöhnungseffekt ist nicht eingetreten“, so Sibbel. In den vergangenen Monaten hat es erneut Gespräche mit mehreren potenziellen Betreibern und Investoren gegeben. Auch sie würden diesen Standort favorisieren, sagt Sibbel. Die Vorgaben für die Größe: fünf Säle mit insgesamt 700 Plätzen. Das würden Filmverleiher heute fordern, damit die neuesten Blockbuster gezeigt werden können. Um einen teuren Kinobau zu finanzieren, wollen die Investoren zudem ein zweites wirtschaftliches Standbein: einen Verbrauchermarkt mit 1000 bis 1500 Quadratmetern Verkaufsflächen. Der Einzelhandel muss dabei auch im Einklang mit dem CIMA-Gutachten stehen. Sibbel: „Es wird hier keinen zweiten Famila-Markt mit über 2000 Quadratmetern geben“.

Wenn beides – Kino und Verbrauchermarkt – im Herzen der Stadt mit Parkplätzen, guter Verkehrsanbindung und zeitnah verwirklicht werden soll, dann kommt nach Auffassung des Bürgermeisters nur der stadteigene Skaterpark in Frage. Mit 10000 Quadratmetern sei er gerade groß genug. Der ZOB, der ebenfalls als möglicher Standort ins Spiel gebracht wurde, umfasst 3500 Quadratmeter. Für Sibbel ist aber auch klar, dass für den Skaterplatz in Abstimmung mit den Jugendlichen auf der gegenüberliegenden Seite des Schulwegs Ersatz geschaffen werden muss. Ebenso wie für den Reisebus-Platz. Beides sollte im Bebauungsplan verankert und aus dem Verkaufserlös finanziert werden. Die Verwaltung geht zudem davon aus, dass der Kleingartenverein bereit ist, die erforderlichen Flächen auf der anderen Schulweg-Seite zur Verfügung zu stellen. Zum Ufer der Norderhake muss ein 25 Meter breiter Schutzstreifen frei bleiben. Offen ist noch, was aus der 50 mal 40 Meter großen Rollschnellbahn würde. Sie müsste, wenn gewollt, einen anderen Standort bekommen. Nach Alternativen wird gesucht.

Ein Kino mit Verbrauchmarkt kann auch Auswirkungen auf das angrenzende Stadtentwicklungsprojekt Nooröffnung haben. Laut Sibbel ließen sich dann dort vorgesehene Einzelhandelsflächen herausnehmen. Somit entstünde mehr Platz für Wohnungsbau. Nach Ratsbeschluss soll an der Nooröffnung ausschließlich Mietwohnungsbau entstehen. Geplant sind 50 bis 70 Wohnungen, 25 Prozent davon als geförderte Sozialwohnungen. „Wir wollen bezahlbaren Wohnraum in guter Lage“, so der Verwaltungschef. Vor dem Wohnungsbau soll die Wasserfläche der Nooröffnung hergestellt werden. „Wir denken über einen gesonderten B-Plan nach, um sie vorzuziehen.“ Möglicher Baustart: 2017. Das hängt allerdings auch von einer Einigung mit Aldi ab, da es für den dort gelegenen Discounter-Markt noch Verträge gibt.

Den Startschuss für das Projekt Nooröffnung gibt in diesem Jahr der Bau eines neuen Parkhauses an der Noorstraße. Im Gegenzug soll das alte Aldi-Parkdeck abgerissen werden. Da das neue, von den Stadtwerken zu errichtende Parkhaus gebührenpflichtig wird, spricht sich Sibbel für eine gebührenfreie Aufstockung der Parkplätze Schulweg/Bahnhof oder Grüner Weg aus.

So geht’s weiter mit dem Kino

Kino-Projekt: Fasst die Politik eine Grundsatzentscheidung, würden zunächst in Frage kommende Investoren und Betreiber ausgewählt. Diese bekämen dann Gelegenheit, ihre Konzepte öffentlich vorzustellen. Zum favorisierten Konzept würde dann ein Wettbewerb zum Vorhaben ausgelobt, dessen Ergebnis Grundlage für den Bebauungsplan wäre.

Nach diesem Szenario könnte im Sommer 2017 Baurecht geschaffen werden. Mit einer Fertigstellung des Kinos wäre dann in 2019 zu rechnen. Der ursprünglich gewünschte Standort Bahnhof war aus finanziellen Gründen gescheitert. Stadt und Bahn konnten sich in ihren Verhandlungen nicht auf einen Kaufpreis einigen. Der Bahnhof, der einmal für 600000 Euro angeboten worden war, sollte einschließlich Abbruch und anderen Rücksichtnahmen auf den Bahnverkehr 1,6 Millionen Euro kosten. Zuviel für einen Investor, für den die Stadt als Zwischenkäufer aufgetreten wäre.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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