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Winterdienst in Nebenstraßen

Nach Anwohner-Kritik Winterdienst in Nebenstraßen

Über schwer passierbare Straßen und Probleme bei der Müllabfuhr hatte es in den vergangenen Schneewintern in Eckernförde viele Klagen von Bürgern gegeben. Jetzt soll der seit 2011 eingestellte Winterdienst in den Nebenstraßen der Stadt wieder eingeführt werden. Das beschloss der Bauausschuss.

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Räum- und Streufahrzeuge waren in Eckernförde in den vergangenen vier Jahren nur auf Hauptverkehrswegen und bei Glätte an gefährlichen Stellen im Einsatz. Jetzt sollen sie im Winter wieder flächendeckend fahren.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde.  Ursprünglich war es eine Sparmaßnahme im Rahmen der Haushaltskonsolidierung. Aber auch ökologische Gründe (weniger Streusalz) waren ausschlaggebend, vor knapp vier Jahren auf den Winterdienst in den Eckernförder Nebenstraßen zu verzichten. Das Räumen und Streuen konzentrierte sich auf die für den Verkehrsfluss wichtigen Fahrbahnen und die bei Glätte gefährlichen Straßenabschnitte. Bei allen anderen Straßen griff der Winterdienst nur noch bei extremen Wetterlagen wie Eisregen oder ungewöhnlich großen Schneemengen ein.

 Dieser sogenannte differenzierte Winterdienst brachte allerdings Probleme mit sich. Die Müllwagen kamen bei mehr und festgefahrenem Schnee nicht mehr durch. Abfalltonnen blieben stehen und wurden nicht geleert. Auch Anwohner der Nebenstraßen rebellierten. In Leserbriefen und Anrufen bei der Verwaltung machten sie ihrem Ärger Luft. Der differenzierte Winterdienst habe nicht die erhoffte Akzeptanz gebracht, resümierte Bürgermeister Jörg Sibbel im Ausschuss. Auch die Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR) wünsche sich eine Veränderung der aktuellen Räum- und Streupraxis.

 Die Verwaltung schlug deshalb vor, zu einem flächendeckenden Winterdienst in Eckernförde zurückzukehren. Zum Nulltarif ist der allerdings nicht zu haben. Laut Sibbel sind Mehrkosten von rund 23000 Euro bei einem durchschnittlichen Winter zu erwarten. So muss ein weiteres Streugerät beschafft und, bei Bedarf, ein Dienstleister mit einem zusätzlichen Räumfahrzeug beauftragt werden. Gleichzeitige dämpfte der Verwaltungschef übertriebene Erwartungen an einen erweiterten Winterdienst. So wird die Schneeräumung in vielen Wohnstraßen durch parkende Autos erschwert. Und es müssen größere Mengen an Streusalz eingesetzt werden, da durch den geringeren Fahrzeugverkehr in den Nebenstraßen der Schnee schwerer auftaut. Auch kann es zu Problemen mit Anwohnern kommen, wenn gerade geräumte Gehwege und Ausfahrten durch Räumfahrzeuge wieder zugeschoben werden.

 Dennoch: Ziel des ausgeweiteten Winterdienstes ist es, in Schneewintern eine deutlich bessere Befahrbarkeit der Nebenstraßen zu ermöglichen. Im Bauausschuss gab es dazu keine zwei Meinungen. Ohne Diskussion wurde die Rückkehr zum flächendeckenden Winterdienst in Eckernförde beschlossen.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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