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Seilspringen für das Herz

Richard-Vosgerau-Schule in Eckernförde Seilspringen für das Herz

„Schon Kinder in Eurem Alter müssen etwas für ihr Herz tun“, sagt Maren Kaliske zu den Schülern der 4a der Richard-Vosgerau-Schule. Sie arbeitet ebenso wie Ronny Steinbrück für die Deutsche Herzstiftung, die das Präventionsprojekt Skipping Hearts ins Leben gerufen hat.

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Maren Kaliske (27) zeigt den Schülern der 4a den schweißtreibenden Umgang mit dem Springseil.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. „Das Herz ist ein Muskel, und der muss trainiert werden“, so Kaliske weiter. Doch erst einmal geht es zum Aufwärmen, drei Gruppen werden gebildet, und um die Wette rennen sie nun durch die Halle, müssen ein Seil hin- und herbringen, drüber hüpfen und unter durch. Kurze Besprechung, dann werden die Seile verteilt: „Sie passen, wenn Ihr auf dem Seil steht und die Enden unter den Achseln enden“, so die Springseil-Fachfrau.

Laufen, Springen, Ballspielen, diese Art Bewegung entspricht dem natürlichen Bewegungsdrang von Kindern, gehört allerdings seit einiger Zeit nicht mehr zum Tagesablauf. Verpflichtungen und Ablenkungen sind groß, Schulzeiten sind länger, die Anforderungen an schulische Leistungen hoch. Da werde in der Freizeit lieber gerne mal am Computer gespielt statt draußen Ball gespielt, erklärt Steinbrück (32), der selbst Sportwissenschaft studiert hat. Deshalb wolle die Herzstiftung an den Grundschulen die sportliche Form des Seilspringens, das „Rope Skipping“ vermitteln.

Da sind zunächst die Seile, die mit denen aus früheren Zeiten, als sie noch aus Hanf waren, nichts zu tun haben. Hauchdünn sind sie und aus Kunststoff, damit sie der Luft keinen Widerstand entgegensetzen. Steinbrück macht vor, wie es geht, und das Auge des Betrachters kann das Seil nicht mehr sehen, so schnell umrundet es den Sportler. Der springt nicht nur einfach geradeaus über das Seil, sondern macht Seitenschritte, dreht sich um, geht seitwärts durch und lässt das Seil auch einmal mehrmals pro Sprung durch sich hindurch sausen. Basic Jump, Side Straddle, Skier, Side Swing, so und ähnlich heißen die Varianten.

Jeder Schüler wird mitgenommen. Tony (10) hat das Seil ins Auge bekommen und sitzt deprimiert auf der Bank. Schnell hat Steinbrück ihn eingefangen und aufgemuntert, gemeinsam springen sie nun und Tony sieht man die Freude an, die er dabei hat.

„Es ist so leicht, mit nur einem simplen Seil Freude am Sport zu vermitteln“, sind sich die beiden Workshop-Leiter einig. Und es sei so leicht, das auch zuhause weiter zu machen. Von der Eckernförder Klasse sind sie angetan. „Oberes Drittel“, so die Beurteilung. Die Kinder seien recht sportlich und gut trainiert.

In acht Bundesländern wird das Seilspringen von der Herzstiftung aktiv betrieben, Schleswig-Holstein ist noch relatives Neuland. Die sportliche Variante eigne sich zur Schulung und Verbesserung motorischer Grundfähigkeiten, Ausdauer und Koordination. Durch die Teamarbeit werde die Integration körperlich, aber auch sozial schwächerer Kinder vorangetrieben. Die Erfolgserlebnisse beim Springen motivierten und erhöhten die Freude an der Bewegung.

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