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Vom Schiffsmodell bis zum Tafelsilber

Eckernförder Antikmarkt Vom Schiffsmodell bis zum Tafelsilber

Dichtes Gedränge in der Eckernförder Stadthalle am Sonntag: Etwa 1000 Besucher haben sich auf den Weg gemacht, die Schätze des in diesem Jahr zweiten Antikmarktes auszukundschaften und vielleicht auch einen attraktiven Fund mit nach Hause zu nehmen.

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Das große Angebot des Eckernförder Antikmarktes zieht Besucher weit über Eckernförde hinaus.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. „Der Markt hier in Eckernförde hat etwas besonderes“, sagt Sabine Unrau aus Kiel, die an ihrem Stand altes Leinen verkauft. Die Stoffe sind begehrt in Zeiten des Shabby Chic, aber auch für den ganz profanen Hausgebrauch. So kauft Bärbel Vetter aus Dänischenhagen zwei Geschirrhandtücher, die sind dekorativ und sie trocknen besonders schnell.

 Liebhaber alter Grammophone kommen bei Walter Böttcher aus Bremen auf die Kosten. Bei dem 85-Jährigen steht ein Gerät von 1870 von Thomas Edison, in das der Erfinder selbst die ersten Töne, die jemals für die Nachwelt festgehalten wurden und dokumentiert auf einer Rolle, gesprochen hat: „Mary hatte ein kleines Lamm“, natürlich auf Englisch. Warum seine Wahl auf diesen Satz fiel, vermag auch der Fachmann Böttcher nicht zu sagen. Aber er hat noch eine andere Geschichte auf Lager: Als Kaiser Wilhelm II eine Grammophon-Platte besprechen sollte, weigerte er sich zunächst. Er hatte Angst, seine Stimme zu verlieren.

 Der Antikmarkt hat seine festen Stammverkäufer und Besucher. Ingrid Reinke ist mit ihrem Stand seit 1999 dabei, Schwerpunkt: Bilder dänischer Maler. Und Ilona Hofmann hat sich vor ein paar Jahren eingereiht: „Wir sind hier ein tolles Team und haben viel Freude an diesem Markt“, sagt Hofmann und zeigt ihre Sammlung alter Steifftiere, zu denen auch ein alter Pudel zählt. Der soll nun anderen Kindern oder Erwachsenen eine Freude bereiten.

 Was geht am besten? „Bestecke, Porzellan, Glas und Bilder“, sagt Veranstalter Wilfried Wagner. Möbel, insbesondere Weichholzmöbel, seien kaum gefragt. Doch der Markt in Eckernförde zieht. Sechs statt früher acht Termine schafften etwas Straffung, so Wagner. Zudem profitiere man in Eckernförde davon, dass es in Flensburg gar keinen Antikmarkt mehr gebe, in Rendsburg und Hamburg deren weniger.

 „Insgesamt fehlt es an guten und interessanten Angeboten. Da würde es noch Nachfrage geben“, so Wagner. Gute Dinge befänden sich in Privat- oder Sammlerhand, und die verkaufe zurzeit nicht. Vieles auf den aktuellen Märkten stamme von der Erbengeneration, die die Haushalte der Eltern und Großeltern auflösten und gar nicht wüssten, was da teilweise für Schätze zusammengetragen worden waren.

 Eine Einschätzung, die auch Reinke und Hofmann teilen. Kaufen würde nur die mittlere Altersgruppe. Die „Alten“ hätten alles, die jungen Menschen legten keinen Wert auf alte Dinge und würden sich eher bei einem großen schwedischen Möbelhaus eindecken.

 Wie schade, denn auch auf dem Antikmarkt gibt es Originalgemälde schon für 40 Euro, alte handgearbeitete Holzstühle für 80 Euro und versilbertes Besteck ab zwei Euro – für sechs Personen wohlgemerkt.

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