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Bank kauft die Alte Post

Wechsel in Eckernfördes Geschäftswelt Bank kauft die Alte Post

„Die Treppe macht den Kunden zu schaffen, und wir haben keine Schaufenster“, bedauert Jan Sämisch, Augenoptikermeister und Filialleiter von Optik-Hallmann, den Weggang seines Geschäftes aus der Alten Post. Dieses Problem wurde schon vielen Mietern dort zum Verhängnis.

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Die Alte Post in Eckernförde wurde jetzt an die Eckernförder Bank verkauft. In den vergangenen Jahren sorgte eine hohe Fluktuation der Mieter in dem Gebäude immer wieder für teilweisen Leerstand.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Eckernförde. Ohne Schaufester habe man das Angebot nicht adäquat zeigen können, erklärt Sämisch. Die Folge des Mieterwechsels für den Vermieter: Leerstand. Nun hat sich der 79-jährige Eigentümer, der das Gebäude seit 1999 besitzt, entschieden, die Immobilie zu verkaufen. Neuer Eigentümer wird ab dem 1. Januar die Eckernförder Bank sein.

 Optik-Hallmann wechselt in den Schulweg in das Geschäft von Reformhaus Hintz. „Da müssen wir nicht mehr tatenlos zusehen, wie alle Passanten an uns vorbeirauschen, ohne uns wahrzunehmen“, so Sämisch. Am 1. Oktober habe, wenn alles planmäßig abläuft, das Reformhaus Hintz die Räume im Schulweg 1 gegenüber dem Rathaus geräumt, dann würden die Umbauarbeiten für das Optikergeschäft beginnen. „Am 1. November wollen wir dort neu starten“, hofft Sämisch.

 Damit beginnt in der Eckernförder Innenstadt eine Art Bäumchen-wechsel-dich-Spiel. Das Reformhaus Hintz zieht in größere Räume in das ehemalige Rexing-Haus am Rathausmarkt, das bereits seit einigen Wochen komplett restauriert wird. Ein neuer Dachstuhl mit ausgebauten Wohnungen gehört ebenso dazu wie eine Rekonstruktion der Fassade des ehemals 1890 gebauten Hauses. „Die Eckernförder können sich auf ein attraktives Gebäude freuen“, so Maklerin Heike Schielke. Die Eigentümer würden Wert darauf legen, in Abstimmung mit der Denkmalpflege den historischen Charakter des Hauses wieder herzustellen. So werde es sich später wieder mit einem mittigen Eingang und zwei seitlichen Schaufenstern präsentieren. „Auch wenn es noch nicht so aussieht: Wir rechnen mit einer kurzfristigen Eröffnung“, so Schielke, die noch einen „Bonbon“ hinterher schiebt: Geplant sei auch noch ein Hofladen, den man über den seitlichen Weg ebenso erreicht wie den rückwärtig gelegenen großen Garten. „Dort soll ein wenig Frau-Clara-Höfe-Atmosphäre geschaffen werden“, so die Maklerin. Ein Mieter stehe schon fest.

 Veränderungen gibt es auch gegenüber der Alten Post. In der Kieler Straße 70 verlässt das Schnellrestaurant „Kochlöffel“ das Haus – und in diesem Zuge auch dessen Untermieter Bäckerei Haupt. Eigentümer Thomas Köhn will nun die Teilung im Haupthaus wieder aufheben, um dort Platz für einen neuen Mieter zu schaffen. Sicher sei, so Köhn, dass es wieder eine Bäckerei werde. In den Anbau von „Kochlöffel“ werde ein Friseur einziehen, der allerdings schon in Eckernförde präsent sei und seine Räumlichkeiten vergrößern möchte.

 Ein Stück weiter in der Kieler Straße verlässt ein Traditionsgeschäft die Eckernförder Innenstadt: Tchibo. Der Mietvertrag wurde nicht verlängert. Letzter Verkaufstag ist Dienstag kommender Woche, 20. September. Auch hier wird anschließend umgebaut, neuer Mieter ist die Parfümerie Schuback, die auch schon in Kiel und an weiteren 34 Standorten ansässig ist. Für die Tchibo-Mitarbeiter am Standort Eckernförde gab es Entwarnung: Keine Entlassungen seien geplant, alle Beschäftigten an anderen Standorten des Konzerns untergebracht, so eine Mitarbeiterin.

 Leerstand ist auch nicht in der St.-Nicolai-Straße zu erwarten, wenn dort das Kinderfachgeschäft Fester in nächster Zeit schließt. „Ich höre aus gesundheitlichen Gründen auf“, sagt Gunda Fester, die sich seit 2004 zunächst in der Kieler Straße neben der Förde Sparkasse, seit 2010 in der Nicolaistraße auf besondere Kinderkleidung spezialisiert hat. Ein Nachmieter ist auch hier schon gefunden: die Boutique Legere, die auch schon in Flensburg, St. Peter-Ording, Husum und Kappeln vertreten ist. Sie bietet hochwertige Schuhe für Männer und Frauen an. Fester: „Wir lassen das hier jetzt langsam auslaufen und verkaufen den Bestand ab. Dann kann ich endlich nach Jahren wieder einmal Urlaub machen. Darauf freue ich mich besonders, obwohl ich den Laden immer mit Leidenschaft geführt habe.“

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