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Die „Ninive“ steht jetzt an Land

Eckernförder Innenhafen Die „Ninive“ steht jetzt an Land

Die „Ninive“ sitzt auf dem Trockenen. Mit zwei Teleskop-Kränen wurde das hölzerne Schiff Mittwochvormittag aus dem Eckernförder Innenhafen gehoben und auf dem angrenzenden Parkplatz am Vogelsang aufgebockt. Schlagzeilen machte der Traditionssegler, als er vor einem Jahr im Innenhafen sank und im Januar geborgen werden musste.

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Das Auskranen des Zweimasters "Ninive" im Eckernförder Innenhafen.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Da für den Hafenbetreiber Stadtwerke (SWE) immer noch kein Eigentümer auszumachen ist, entschied man sich für ein Auskranen des Schiffes, um der Gefahr eines weiteren Sinkens bei Eisgang vorzubeugen.

 Schon früh um sechs Uhr rückten zwei mächtige 220-Tonnen-Kräne des Kieler Kran-Unternehmens Sünkler an. Für das Kranen des Schiffes wurden zunächst Wanten und Stage gekappt, um die Masten zu ziehen. Die mit 70 Tonnen veranschlagte „Ninive“ wog darauf hin nur noch 55 Tonnen. Um das Schiff zu heben, hatten die Stadtwerke eigens spezielle Gurtbänder für das Krangeschirr anfertigen lassen. An zwei Hebetraversen montiert wurden sie unter den Schiffsrumpf gezogen. Das Kranen eines so großen Schiffes „ist kein Alltagsgeschäft für uns“, erzählte Hans-Walter Kohl von Sünkler. Allerdings hatte die Firma schon im November einen 75 Tonnen schweren Kutter aus dem Möltenorter Hafen gehoben.

 Nachdem die „Ninive“ vor einem Jahr gesunken war, sind die Eigentumsverhältnisse des Traditionsseglers immer noch ungeklärt. Wie berichtet, will der Verein „Ninive“ mit Sitz in Berlin das Schiff an einen Hamburger Verein verkauft haben. Ein Kaufvertrag liegt den Stadtwerken nach Angaben von Geschäftsführer Dietmar Steffens bis heute nicht vor. Und der neue Verein reagiere nicht. Um Gefahren abzuwehren, entschlossen sich die Stadtwerke daraufhin, die „Ninive“ an Land zu setzen. Steffens: „Wir sind auch von der Wasserschutzpolizei angesprochen worden. Für das Schiff liegt kein Schwimmfähigkeitszeugnis vor.“

 Laut Steffens bestand die Gefahr, dass sich im Winter bei Eisgang Kalfater-Nähte an dem hölzernen Rumpf öffnen oder Seeventile platzen. Die Folge wäre ein erneutes Sinken des Schiffes. Die Kosten für die gesamte Bergungsaktion bezifferte er auf 10000 bis 12000 Euro, mit denen die Stadtwerke in Vorleistung gehen. Das Schiff ist jetzt auf dem Innenhafen-Parkplatz am Vogelsang aufgebockt. Ein spezielles Gestell musste vor Ort geschweißt werden. Was mit der „Ninive“ weiter passiert, ist noch unklar. Findet sich kein Eigner, der zuständig ist, droht dem Schiff das Abwracken. Nach Angaben von Steffens müssen die Stadtwerke im Schnitt pro Jahr ein (bislang kleines) Schiff abwracken lassen, um das sich im Hafen niemand mehr kümmert. Die Kosten bleiben meist am Hafenbetreiber hängen.

 Die „Ninive“ ist der Nachbau einer Pommerschen Galeasse und wurde 1980 in Ricklingen (bei Bad Segeberg) im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungs- und Resozialisierungsmaßnahme gebaut. Zuletzt befand sich das über 20 Meter lange Schiff in einem sanierungsbedürftigen Zustand.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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