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Klärwerk wird modernisiert

Für eine saubere Ostsee Klärwerk wird modernisiert

Das Eckernförder Klärwerk hält nach Angaben der Bauverwaltung die aktuellen Standards ein. Doch künftige Auflagen werden mit Blick auf den Schutz der Ostsee strenger sein. Um sich dafür zu wappnen, wird das Klärwerk für insgesamt 6,5 Millionen Euro ausgebaut und modernisiert.

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Großbaustelle Klärwerk: Derzeit entstehen zwei neue Nachklärbecken auf dem Gelände, die eine größere Kapazität haben als die bisherigen Anlagen.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. 5000 Kubikmeter Abwasser pro Tag rauschen in Eckernförde durch Toiletten, Spülen, Waschmaschinen und andere Leitungen. Das entspricht 1,8 Millionen Kubikmetern im Jahr. Klar, dass solche Mengen nicht ungeklärt in die Ostsee fließen dürfen.

Die Abwasser-Anlage in der Straße Am Ort gleicht einer Großbaustelle. Zwei neue Nachklärbecken werden gerade errichtet, beide mit einem Durchmesser von rund 20 Metern. Insgesamt 3200 Kubikmeter können diese beide Becken aufnehmen, die drei alte Nachklärbehälter mit nur 2200 Kubikmetern ersetzen. Sie stammen noch aus den 1960er Jahren und sind abgängig. Für das erste der neuen Becken wird bereits die Sohle betoniert, für das zweite läuft der Aushub für den Trichter. In einem Nachklärbecken setzt sich der im Wasser enthaltende Schlamm ab, wird im unteren Bereich gesammelt und für die weitere Behandlung eingedickt.

 Ein weiterer Kernpunkt der Modernisierung des Klärwerks ist der für 2017 geplante Bau eines neuen Belebungsbeckens. Hier wird nicht nur Sauerstoff in das Klärwasser eingebracht, hier wird auch Stickstoff abgebaut. Da Stickstoffeinträge zur Überdüngung der Ostsee beitragen, werden künftig strengere Auflagen gelten. Die neue Anlage soll laut Dirk Petersen, im Bauamt zuständig für Abwasserbeseitigung, den Stickstoffgehalt des Klärwassers „deutlich senken“. Da Belebungsbecken energiehungrig sind, lassen sich die Ingenieure auch hier etwas einfallen: Geplant ist ein Blockheizkraftwerk, das mit dem Gas aus dem Faulturm betrieben wird und gleichzeitig Energie für das Klärwerk produziert.

 Am Ende des umfangreichen Klärprozesses durchläuft das Wasser noch eine Filtration, die derzeit aus vier Sandfiltern besteht und letzte Schwebstoffe herausfiltert. Auch die Filtration soll künftig noch erweitert werden. Und – als freiwillige Zusatzleistung – ist eine Desinfektion über UV-Bestrahlung vorgesehen. Sie sorgt dafür, dass das Wasser am Auslauf weniger Bakterien enthält. Niedrige Werte in diesem Bereich sind wichtig für Fremdenverkehrsorte wie Eckernförde, die im Sommer Badeleben an einer sauberen Ostsee anbieten wollen. Weniger Bakterien, deutlich niedrigerer Stickstoffgehalt und energiesparendere Prozesse – auf diese Kurzformel bringt Petersen die Klärwerks-Modernisierung.

 Der älteste Teil des Klärwerks stammt noch aus den 1950er Jahren. Nach und nach, meist im Zehn-Jahres-Rhythmus, wurde die Anlage immer wieder ausgebaut und auf den neuesten Stand gebracht. Eine der größten Investitionen erfolgte nach Angaben von Betriebsleiter Carsten Meusel Ende der 1980er Jahre, als Halle und Filtration neu gebaut und das Werk grundlegend modernisiert wurde. Für den aktuellen Ausbau sind 5,65 Millionen Euro für den klärtechnischen Teil eingeplant sowie 900000 Euro für ein neues Sozialgebäude. Um die Abwasserreinigung in Eckernförde kümmern sich neben Meusel insgesamt acht Beschäftigte. Dazu kommt in der Regel ein Auszubildender in der Berufsrichtung Fachkraft für Abwassertechnik.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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