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Kripo-Chef ermittelt nicht mehr

Rolf Petersen im Ruhestand Kripo-Chef ermittelt nicht mehr

Nur wenige Wochen nach dem Wechsel an der Spitze des Polizeireviers Eckernförde bahnt sich ein weiteres Stühlerücken an. Nach fünf Jahren als Leiter der Kriminalpolizei verabschiedet sich Rolf Petersen im Januar in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird der bisherige Stellvertreter, Frank Röckendorf.

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Der eine geht, der andere rückt auf: Eckernfördes Kripo-Leiter Rolf Petersen (links) verabschiedet sich in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird der bisherige Stellvertreter, Frank Röckendorf.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Rolf Petersen blickt auf fast 40 Jahre bei der Kripo zurück, die meiste Zeit davon in Rendsburg. Dazu gehörten auch einige ungewöhnliche Mordfälle.

 2011 trat Petersen in Eckernförde die Nachfolge des langjährigen Kripo-Chefs Jürgen Brencher an. Zuvor war er Stellvertreter bei der Rendsburger Kriminalpolizei und Leiter des Sachgebiets I gewesen. In dieses Ressort fallen unter anderem Todesermittlungen. Einige Fälle sind Petersen noch lebhaft in Erinnerung. Beispielsweise der des „Rosenmords“, der bis in die 80er Jahre zurückreichte. Seinerzeit war eine alte Dame in Rendsburg von einem unbekannten Täter mit Blumendraht erdrosselt worden. Auf ihrem Körper hinterließ er eine Rose. Zwar konnte die Kripo auf einer Pralinenschachtel einen verdächtigen Fingerabdruck sicherstellen. Doch zuordnen ließ er sich nicht. Erst Jahre später ging der Polizei in Flensburg ein Mann wegen einer anderen Tat ins Netz. Beim Abgleich der Fingerabdrücke stellte sich heraus: Er war der „Rosenmörder“ von Rendsburg.

 Petersens erster Mordfall als junger Krininalbeamter ereignete sich Anfang der 80er Jahre, als in einem Dorf bei Bordesholm eine auf einem Resthof lebende Frau erschossen wurde. Hier führten Patronenhülsen auf die Spur des Mörders, der zuvor bei einem „Waffennarren“ eingebrochen und Schusswaffen erbeutet hatte. Da sein Auto ohne Sprit liegen blieb, wollte er auf dem Hof Geld stehlen, drehte offenbar durch und schoss.

 In Eckernförde hat Petersen während seiner Zeit als Kripo-Chef nie mit Mordfällen zu tun gehabt. Hier war er vor allem mit der Umorganisation der Dienststelle und dem Umzug vor einem Jahr von der Gerichtstraße in die Schleswiger Straße betraut. Die Dienststelle dort platzte aus allen Nähten. „Das war nicht mehr zumutbar“, blickt Petersen zurück. Für 2018/2020 ist wieder eine gemeinsame Unterbringung von Schutz- und Kriminalpolizei voraussichtlich in dem frei werdenden Finanzamt Bergstraße geplant.

 Im Ostseebad befasst sich die Kripo zumeist mit Diebstählen und Betrugstaten. Vor allem betrügerische Methoden im Internet nehmen zu. Da werden virtuelle Schein-Shops eröffnet, wird mit Phishing-Mails versucht, sensible Daten abzufangen (derzeit vermehrt für Paypal-Konten), oder werden Gewinnbenachrichtigungen fingiert, um Vorauszahlungen zu ergaunern. In Sachen Drogen-Bekämpfung bleibt die Ermittlungsgruppe „Jugend“ eine effiziente Säule der Kripo. Dabei werden auch Fälle von Beschaffungskriminalität verfolgt. Systematische Wohnungseinbrüche gehen dagegen meist auf das Konto von überörtlichen Banden.

 Der Nachfolger von Rolf Petersen ist in Eckernförde keine Unbekannter. Frank Röckendorf ist bereits seit 2002 stellvertretender Kripo-Leiter. Der 53-Jährige fing 1979 zunächst bei der Schutzpolizei an und wechselte nach sieben Jahren zur Kripo mit Stationen an verschiedenen Orten in Schleswig-Holstein. Ab 1. Februar wird er die Dienstelle mit 14 Mitarbeitern, darunter zehn Kriminalbeamte und vier Schutzpolizisten des gemeinsamen Ermittlungsdienstes, übernehmen.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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