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Ein Haus für 50 Flüchtlinge

Lindau Ein Haus für 50 Flüchtlinge

Das ehemalige Bundeswehrgelände in der Gemeinde Lindau erwacht aus dem Dornröschenschlaf. In einem früheren Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude auf der zwei Hektar großen Fläche möchte das Amt Dänischer Wohld etwa 50 männliche Flüchtlinge unterbringen. Jetzt soll der Umbau starten.

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Wenn die Flüchtlinge eintreffen, muss die Kläranlage auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände in der Gemeinde Lindau funktionieren: Oliver Kraemer (links) und Adolf Wels begutachten die Schächte.

Quelle: Jan Torben Budde

Lindau. Eine Mietzusage vom Eigentümer des Geländes gibt es laut Bauamtsleiter Sönke Jacobsen bereits. Zudem habe der Kreis Rendsburg-Eckernförde eine Baugenehmigung in Aussicht gestellt. Ebenso gab die Lindauer Gemeindevertretung grünes Licht (wir berichteten).

 Angesichts steigender Flüchtlingszahlen drängt die Zeit. Wann ziehen die ersten Asylbewerber ein? Als Ziel gibt Jacobsen den 1. November an. Bis dahin wartet auf dem Gelände im beschaulichen Ortsteil Ruckforde noch Arbeit. Seines Wissens verließen die Soldaten vor zehn Jahren besagtes Gebäude. „Es hat aber noch eine gute Substanz, wurde im Winter beheizt“, erklärt Jacobsen. Im Souterrain befinde sich noch ein 30000-Liter-Öltank, der aber entfernt werde, um mehr Platz für Unterbringung zu schaffen. Stattdessen werde jetzt eine Gastherme installiert.

 Noch liegt Gerümpel im Gebäude, das zuletzt als Lager diente. „Die Räume werden gereinigt und gestrichen“, erklärt Jacobsen. Zudem solle eine Küche mit Koch- und Spülgelegenheiten eingebaut und der Sanitärbereich umgebaut und vergrößert werden. Das Souterrain erhalte größere Fenster, die als Lichtquelle und im Notfall als Fluchtweg dienen. Zudem wird die Kläranlage auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft. Entweder sei eine Reparatur oder ein Austausch notwendig, befand Adolf Kraemer von einer Klärtechnikfirma aus Probsteierhagen bei einem Ortstermin in der vergangenen Woche. 250000 Euro hat der Amtsausschuss für die Umgestaltung zur Flüchtlingsunterkunft bewilligt. Nach Einschätzung des Verwaltungsmitarbeiters bietet das renovierte Gebäude später Platz für zwölf bis 14 Zimmer. „Nach derzeitiger Planung werden hier 44 Männer untergebracht“, so Jacobsen, letztlich könnten es etwa 50 Flüchtlinge sein.

 „Es ist eine Herkulesaufgabe“, räumt Amtsdirektor Matthias Meins mit Blick auf die Unterbringung aller Asylsuchenden ein. Die Verwaltung hatte für dieses Jahr mit der Zuweisung von insgesamt 179 Flüchtlingen gerechnet, bis die Landesregierung die Prognose erhöhte. Am Dienstag erfuhr Meins vom Kreis, dass sich die Zahl auf 318 erhöhen soll (siehe Seite 15).„Und wir sprechen nur von 2015“, betont der Jurist. Er zeigt sich zwar zuversichtlich, dass alle Flüchtlinge im Amtsbereich Dänischer Wohld ein Dach über den Kopf erhalten, spricht aber zugleich von einer großen Herausforderung, weshalb eine personelle Verstärkung notwendig sei. Im Amtsbereich sind die Asylbewerber bisher in den Gemeinden Gettorf, Schinkel, Osdorf und Lindau untergebracht – vor allem in angemieteten Wohnungen. Doch ohne Sammelunterkünfte gehe es nicht. „Wir haben nie daran gedacht, die Hände in den Schoß zu legen“, betont Meins, „und wir sind weiter um Wohnraum bemüht.“ So stehe das Amt wegen des ehemaligen Altenheimes am Hainweg in Gettorf mit dem Eigentümer (Brücke Rendsburg-Eckernförde) in Verhandlungen – ebenso habe die Gemeinde Gettorf dabei ein Wort mitzureden.

 Und die geplante Flüchtlingsunterkunft in Ruckforde? Jacobsen geht davon aus, dass die Aufräum- und Renovierungsarbeiten auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände in dieser Woche beginnen. Er sieht in dem großen Außengelände durchaus Potenzial für Freizeitaktivitäten der Asylbewerber. Ein Fußballtor, Tischtennisplatten und ein Basketballkorb sind schon vorhanden.

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