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Mit Radlern nicht zufrieden

Strand-Sheriff Mit Radlern nicht zufrieden

An der hellgrünen Weste erkannte man ihn von Weitem. Für Hundebesitzer ein Signal, ihren Vierbeiner schnell anzuleinen. Seit Anfang April war Gerd Callsen der Sheriff vom Eckernförder Strand. Jetzt zieht der 57-Jährige Bilanz: Einsicht bei Hundebesitzern, Unvernunft bei Radlern, Enttäuschung über Touristik.

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Ein ständiges Ärgernis: Immer wieder sind Fahrradfahrer auf der Strandpromenade unterwegs, obwohl das nicht erlaubt ist.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Unbewaffnet, ohne Stern und Cowboyhut, dafür mit Weste, Ausweis und einer ausgeblichenen Cap auf dem Kopf. Vor wenigen Tagen endete die ehrenamtliche Amtszeit des 57-Jährigen. In Mecklenburg-Vorpommern wird er in den kommenden Monaten wieder in seinem erlernten Beruf als Tierpfleger arbeiten.

 „Ich komme im nächsten Jahr wieder, werde dann aber wohl nicht mehr für die Touristik tätig sein“, sagt Callsen. Das klingt nach Verärgerung, wenn nicht gar nach Zerwürfnis. Von Streit will Callsen nichts wissen. Enttäuscht ist er aber schon. Seit April war er täglich bis zu zwölf Stunden am Strand unterwegs. Morgens ab 6 Uhr absolvierte er vom Ostsee-Info-Center aus zunächst seine Müllrunde, um Abfälle vom Strand zu entfernen, ehe die ersten Badegäste eintrafen. Anschließend ging er den ganzen Bereich bis zum Südstrand ab, und das mehrmals hintereinander – täglich etwa 15 Kilometer. Seit April also rund 2250 Kilometer. Und das alles für eine Tasse Kaffee oder ein kühles Getränk an heißen Tagen.

 Habe er Hundebesitzer angesprochen, so sei das Verständnis zumeist groß gewesen. Nur am Südstrand war das schwieriger. „Viele meinten, das sei Eckernfördes Hundestrand“, erzählt Callsen. Nach entsprechenden Hinweisen konnte der Irrtum aber zumeist aufgeklärt werden. Bei Radfahrern, die die Promenade unerlaubt nutzten, sei das anders gewesen. „Viele sind völlig uneinsichtig, auch wenn ich sie freundlich gebeten habe, doch abzusteigen“, schüttelt er verständnislos den Kopf. Ab und an hätten sich Radler bei der Touristik über ihn beschwert. Leider, so beklagt er, habe er von dieser Seite nicht die Rückendeckung erhalten, die er sich gewünscht habe.

 Von vielen Passanten hingegen schon. Als bekannt wurde, dass er das alles ohne Entgelt leiste, seien ihm auch mal ein paar Euro zugesteckt worden. Vielen sei es einfach wichtig gewesen, dass der Strand während der Saison hundefrei ist, meint er und fügt noch schnell an: Ab 16. Oktober dürfen Hunde wieder an den Strand – außerhalb des Hundestrandes aber nur angeleint.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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