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Leo braucht noch ganz viel Liebe

Eichhörnchen-Schutz-Station Leo braucht noch ganz viel Liebe

Die vielen schlaflosen Nächte sind Moni Rademacher nicht anzusehen. Die 45-Jährige arbeitet in der Eichhörnchen-Schutz-Station Eckernförde und kümmert sich schon seit Jahren intensiv um hilflose Findelkinder.

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Leo Löwenherz hat in seinem jungen Leben schon viel durchgemacht. Ob das junge Eichhörnchen überleben wird, steht noch nicht fest.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Vorsichtig und mit wachem Blick greift sie in den mit weichen Stoffresten gefüllten Korb und befördert ein kleines, zitterndes Fellknäuel ans Tageslicht. „Wir haben ihm den Namen Leo Löwenherz gegeben, denn wir hoffen, dass er ein starkes Herz hat und die Strapazen seines jungen Lebens übersteht“, sagt die 45-Jährige und füttert das völlig abgemagerte Tier mit einer speziellen Aufzuchtmilch. In der Eichhörnchen-Schutz-Station Eckernförde hat die Zeit der Findeltiere begonnen.

Bild:  Moni Rademacher kümmert sich mit viel Liebe um Leo Löwenherz.

Moni Rademacher kümmert sich mit viel Liebe um Leo Löwenherz.

Quelle: Uwe Rutzen

Ob Leo Löwenherz überleben wird, ist noch nicht abzusehen. Am Tag zuvor war das kleine Hörnchen von Spaziergängern im Wald bei Kochendorf gefunden worden. Zusammen mit seiner Schwester, der Moni Rademacher den Namen Amelie gegeben hat. Die etwa sechs Wochen alten Geschwister waren in einem erbärmlichen Zustand. Vor allem Leo. „Er war völlig dehydriert. Wir haben ihn zunächst mit Glukose und Elektrolyten versorgt“, sagt die Leiterin der Station. Etwas erholt hat sich das Jungtier zwar schon, doch über den Berg ist es noch nicht.

Leo und Amelie gehören zu den bislang zehn Findeltieren, die in diesem Jahr aus ihren Kobeln geplumpst sind, und von aufmerksamen Menschen in der Aufzuchtstation am Noorwanderweg abgegeben wurden. „Der Dezember war zu warm. Die Muttertiere sind erst spät in die Winterruhe gekommen“, weiß Moni Rademacher. Vor neun Jahren hat sie damit begonnen, Jungtiere, die ohne menschliche Hilfe nicht überleben würden, aufzupäppeln. Sehr oft, aber längst nicht immer mit Erfolg. Pro Jahr zieht sie in der Zeit zwischen März und Oktober etwa 140 bis 150 Tiere groß. Das vergangene Jahr war in zweierlei Hinsicht ein Rekordjahr. Einerseits bescherte es ihr 163 Fundtiere, die in den ersten acht Wochen ihres Lebens alle zwei bis vier Stunden gefüttert und versorgt werden müssen. Zum anderen kamen über 11000 Besucher in die Station, um die kuscheligen Wappentiere von Eckernförde einmal ganz aus der Nähe zu bestaunen.

Bei den zumeist kühlen Temperaturen der vergangenen Wochen haben sich die Tiere aber noch nicht so recht ins Freie getraut. Weder im Auswilderungsgehege, wo die Hörnchen nach der Pflege auf die Freiheit vorbereitet werden, noch im Gehege der sogenannten Dauergäste. Dabei handelt es sich um gehandicapte Tiere, die in der freien Wildbahn nicht überleben würden. Vielfach handelt es sich bei den Behinderungen um Zahnfehlstellungen, die das Knacken von Nüssen unmöglich machen. Diese Aufgabe übernehmen die Helfer auf der Station. Und weil die Zähne nicht wie üblich beansprucht werden, müssen sie alle zwei Wochen gekürzt werden. Cedric ist einer von derzeit acht Dauergästen. Er lebt schon seit vier Jahren im großen Gehege. „In freier Wildbahn werden die Tiere zwischen zwei und sechs Jahre alt. Bei uns leben sie bis zu neun Jahre lang“, sagt die Leiterin der Station. Diese wurde 2006 gegründet und besteht somit seit zehn Jahren. Das Jubiläum soll gefeiert werden: Am Sonntag, 29. Mai, steigt ein großes Sommerfest auf der Anlage.

Bild: Das ausgewilderte Hörnchen kommt immer wieder zurück.

Das ausgewilderte Hörnchen kommt immer wieder zurück.

Quelle: Uwe Rutzen
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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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