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Ein Hauch von Weihnachtszauber

Konzertauftakt mit MayaMo in Eckernförde Ein Hauch von Weihnachtszauber

Frühlingswetter kurz vorm Advent. Ein Kunststück, dabei Festtagsatmosphäre zu erzeugen? Sängerin MayaMo und Pianist Miguel sowie das Weltklasse-Blues-Duo Georg Schroeter und Marc Breitfelder schaffen das. Der Auftakt ihrer Weihnachtstour im Spieker Eckernförde war Feierlichkeit pur.

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Home for Christmas: MayoMo Helbig, ihr Pianist Miguel Hintz sowie Marc Breitfelder mit seinen Haprs (v.l.) und Georg Schroeter (Piano)und bringen den Spieker in Eckernförder in festliche Hochstimmung.

Quelle: Cornelia Müller

Eckernförde. Um 18 Uhr, eine Stunde vor Konzertbeginn, ist in der urigen Location am Hafen schon kein Durchkommen mehr. Wer hören, sehen, fühlen will, muss erstmal stehen. Die Sitzplätze sind längst weg. Klar: Allein die Namen der vier, deren Weihnachtsprogramm 2014 aus einem Januar-Konzert der Boogie- und Blues-Stars mit „Special Guest MayoMo“ in Altenholz erwuchs, ziehen Fans und solche, die es werden wollen. Entsprechend hoch sind die Erwartung und genauso groß die Vorschusslorbeeren, als sich MayaMo und Co. durch die Massen auf die enge Bühne zwängen. „Wir sitzen heute mal alle“, scherzt Mo und rückt im Kabelgewirr charmant den Hocker zurecht. „Dann sind wir näher dran an euch.“ Als wenn Publikum und Künstler nicht schon auf Tuchfühlung wären.

 Mit O Holy Night, der englischen Version von Stille Nacht, geht es gleich in die Vollen. Ihre markante Stimme haucht Weihnachtszauber direkt unter die Haut. Marc Breitfelders Harp verleiht weichen Schmelz. Das Kribbeln steigt auf in den Kopf, der nach einem Jahr Abstinenz wohlig in den Adventszauber eintaucht. Zu viel Rührseligkeit? Wer noch unsicher ist, was ihn im Laufe des zweistündigen Konzertabends mit etlichen Zugaben ereilen wird, darf getrost abwarten. Raus käme er ohnehin kaum. Und zwischendurch witzigen Storys zu lauschen, wie die vier Musiker im Hochsommer bei Bratwurst und Glühwein aus Live-Konzerten der vergangenen Jahre die besten Aufnahmen für die erste gemeinsame CD Home for Christmas herausfischten, beseitigt jede Festtagsphobie.

 Breitfelders fulminate Mundharmonika-Soli, von engelsgleich-ätherisch bis stampfend-irdisch, müssen in diesem Liedprogramm zwar kurz bleiben. Auch Schroeters Pianospiel, das oft rauschhaft alles mit sich reißt, ist gezähmt. Doch was die Altmeister drauf haben, wie perfekt und lustvoll das Zusammenspiel mit Miguels äußerst einfühlsamer Keyboardkunst und Mos dynamischem Gesang bei Gospel, Traditionsliedgut wie Weihnachtspop rüberkommt, überzeugt auch die letzten Skeptiker. In die Hallelujah-Hommage an den vor kurzem gestorbenen Leonard Cohen stimmen ausnahmslos alle ein, ebenso in Stille Nacht mehrsprachig zum Abschluss. Dass das Publikum tatsächlich so samtig und harmonisch wie ein geübter Chor tönt, setzt dem Abend die Krone auf. Gänsehaut ist garantiert, wenn sich das Auditorium auch bei den folgenden 13 Konzerten im Lande darauf einlässt.

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Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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