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Eine Stadt nur für Kinder

Ferienspaß Eine Stadt nur für Kinder

„Ecktown-City“ öffnete heute seine Tore. Im Rahmen der Aktion Ferienspaß bewohnen 180 Jungen und Mädchen eine Woche lang die Kinderstadt auf dem Gelände des Schulzentrums.

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Feuerwehr und Rettungssanitäter in Ecktown-City im Einsatz: Aus einem völlig verqualmten Zelt wird Wilfried Lüthge, der sich als vermeintliches Opfer zur Verfügung gestellt hat, auf einer Trage in Sicherheit gebracht.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. „Gebt den Kindern das Kommando, sie berechnen nicht, was sie tun.“ Schon Sänger Herbert Grönemeyer wusste, wem die Verantwortung für ein friedliches Miteinander zuteil werden sollte. Die Stadt Eckernförde weiß das auch. Unter Federführung von Simone Staack-Simon (Lokales Bündnis für Familie) und Wilfried Lüthge (Verkehrswacht) öffnete am Vormittag „Ecktown-City“.

 „Die Nummern 61 bis 80 bitte bei der Agentur für Arbeit melden.“ Per Megafon ist die Durchsage trotz des wuseligen Trubels in der Zeltstadt nicht zu überhören. Wilfried Lüthge erklärt, was es damit auf sich hat: Die Zuständigkeiten und Aufgaben wechseln im Laufe des Tages. Und so wird aus dem Polizeibeamten nach wenigen Dienststunden ein Zimmermann, und der korrekte Bankangestellte übernimmt entspannende Aufgaben in der Wellness-Oase. „Einige Berufe sind ganz besonders gefragt. Und jeder soll die Chance erhalten, sich in seinem Traumjob auszuprobieren“, sagt Lüthge. Der Vorsitzende der örtlichen Verkehrswacht und ehemalige Polizeibeamte, freut sich natürlich, dass neben Feuerwehr und Rettungsdienst auch der so oft zitierte „Freund und Helfer“ bei den Bewohnern von „Ecktown-City“ ganz oben auf der Beliebtheitsskala steht. Dass nun gerade Lüthge von einem Steppke gefragt wird, ob man in diesem Jahr nicht auch mal einen Banküberfall verüben könne, lässt den erfahrenen Beamten doch ein wenig schmunzeln. Ob es auch derjenige war, der sich erkundigt hat, wo man sich arbeitslos melden kann, ist nicht bekannt.

 Lohnenswert könnte solch ein Überfall allemal sein. Denn in den Zelten der Sparkasse und der Eckernförder Bank sind von der stadteigenen Währung, den Eckis, noch reichlich vorhanden. Jedes der 180 Kinder erhielt zum Auftakt der Aktion ein Starter-Paket mit zehn Eckis. Davon können nicht nur Naschis gekauft werden, sondern in der Wellness-Oase auch Massagen oder Gesichtsmasken. In der Post, im Café, beim Friseur oder im Foto-Studio wird ebenfalls mit Eckis bezahlt.

 An die 30 Projekte werden in diesem Jahr wieder angeboten, auch welche für die Freizeit, weiß Simone Staack-Simon, die nicht nur begeistert ist vom Enthusiasmus der Jungen und Mädchen, sondern auch vom Einsatz der rund 80 Betreuer, die sich bis einschließlich Freitag von 8.30 bis jeweils 16 Uhr um die jungen und dynamischen Bewohner kümmern.

 Morgen erhält „Ecktown-City“ einen neuen Bürgermeister beziehungsweise eine neue Bürgermeisterin. Die zwölfjährige Katharina, die das Amt noch aus dem Vorjahr inne hat, will nicht wieder kandidieren. Doch Bewerber für das Amt des Stadt-Chefs gibt es bereits in ausreichender Zahl. Eckernfördes Bürgervorsteherin Karin Himstedt wird um 15.30 Uhr anwesend sein, wenn Katharinas Nachfolger bekanntgegeben wird. Vielleicht wird der – oder die – als eine der ersten Amtshandlungen ja auch gleich einige Trauungen vornehmen. Die zehnjährige Leni hat schon nachgefragt, ob sie in „Ecktown-City“ denn auch heiraten könne. Einen geeigneten Partner hat sie sich auch schon ausgesucht.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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