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Noerer bei Bauplanung mitgenommen

Einwohnerversammlung Noerer bei Bauplanung mitgenommen

Eine volle Turnhalle gab es am Montag bei der Einwohnerversammlung in Noer. Die große Zahl an Besuchern (rund 60) aus der 846-Einwohner-Gemeinde war nicht verwunderlich, denn schließlich hatten Bürgermeisterin Sabine Mues (CDU) und die Gemeindevertreter den Abend einem kommunalpolitisch lange umstrittenen Thema gewidmet: den Planungen für das neue Wohnbaugebiet im Ortsteil Noer.

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Stadtplaner Oliver Kühle (stehend) stellte auf der Einwohnerversammlung die voraussichtliche Erschließung des Neubaugebiets in Noer vor.

Quelle: Rainer Krüger

Noer. Nicht mal einen Kilometer von der Ostsee entfernt will die Gemeinde dort 18 bis 22 Grundstücke ausweisen und vermarkten. Bis eine Änderung des Flächennutzungsplan 2013 die Weichen fürs Baugebiet „nördlich der Straße Seeblick sowie westlich und östlich der Straße Haffkamp“ stellte, hatte die CDU den Standort befürwortet und Wählerinitiative Noer (WIN) aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes abgelehnt. Die damals ausgetragene Kontroverse hatte ihre Auswirkung aufs vorgestellte Konzept. „Die Fläche kann nur entwickelt werden, weil sie zuvor aus dem bestehenden Landschaftsschutzgebiet entlassen wurde“, erläuterte Landschaftsplaner Bernd Matthiesen. Deshalb soll im Norden der zukünftigen Bebauung ein 20 Meter breiter grüner Pufferstreifen entstehen. Damit der Blick auf die Umgebung nicht zuwächst, sollen die Bäume nicht zu dicht stehen. Ein Wald sei nicht geplant. Der Streifen soll auch als Ausgleichsfläche für die Bebauung dienen.

Architekt Oliver Kühle skizzierte die Entwicklung. „Von gut 15000 Quadratmetern Nettobaufläche bleiben abzüglich Straße etwa 12500 übrig. Die Erschließung ist ausschließlich über die Straße Haffkamp geplant.“ Ob am Ende der nach Osten gehenden Erschließungsstraße ein Wendehammer sein soll, der auch für Müllfahrzeuge ausreicht, müsse noch diskutiert werden. Schließlich ginge durch den Wendehammer Wohnfläche verloren. Fest stehe, dass es zwischen der Erschließungsstraße und der parallel laufenden Straße Seeblick im Süden einen Fuß- und Radweg geben soll. Mit einem abnehmbaren Pfahl in der Mitte soll der Autoverkehr verhindert werden. Anderseits könnten ihn bei Bedarf Müllfahrzeuge und Rettungsdienst als zweite Zufahrt nutzen.

Eine Frage der Besucher: Müssen Anwohner des Haffkamps die Reparaturen bezahlen, wenn schwere Baufahrzeuge beim Erschließen des Gebiets die Straße kaputt fahren? Die Antwort gab der mit der Erschließung befasste Ingenieur Carsten Wiele: „Hierdurch entstehen für Anlieger keine Kosten.“ Vielmehr müsse der Erschließungsträger, also die Gemeinde, die Reparaturen finanzieren.

Laut Kühle sollen Einzelhäuser mit maximal zwei Wohnungen mit bis zu 8,75 Meter Höhe entstehen. Behalten Seeblick-Bewohner dann noch eine Aussicht Richtung Norden? Die wesentliche Gefahr für den Seeblick sah Kühle jedoch nicht in den Häusern, sondern in den Nebenanlagen, die erfahrungsgemäß auf Grundstücken entstehen. Eine Feriensiedlung soll es laut Kühle nicht werden. Für Haffkamp-Anwohnerin Susanne Jensen war das eine gute Nachricht. Sie hatte bei Nachbarn 70 Unterschriften gesammelt. Unter anderem hatten die Unterzeichner zu hohe Häuser und Gewerbe abgelehnt. Dass die Gemeinde noch vor dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan freiwillig die Öffentlichkeit beteiligte, fand sie „in Ordnung.“ „So werden die Bürger mitgenommen.“

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