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Findus, ein Kater, den man kennen muss

Lindau Findus, ein Kater, den man kennen muss

Kater Findus aus Lindau (Kreis Rendsburg-Eckernförde) wurde als Sockendieb über die Dorfgrenzen hinaus berühmt. Jetzt widmet ihm die Kölner Autorin Elke Pistor jetzt ein Buchkapitel in "111 Katzen, die man kennen muss".

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Auf dem Schoß von Angelique Gertz ruht sich Kater Findus vom nächtlichen Streifzug durchs Dorf aus. Markus Gertz zeigt einen Karton mit Unterhosen, Mützen und Handschuhen, die von den Eigentümern noch nicht abgeholt wurden.

Quelle: Jan-Torben Budde

Lindau. Müde von einer nächtlichen Entdeckungstour schläft Kater Findus auf dem Sofa im Wohnzimmer. Im Heimatdorf Lindau ist die fünfjährige Hauskatze eine Berühmtheit. Denn im Sommer 2013 geriet Findus bundesweit als kleinkrimineller Kater in die Schlagzeilen – sogar Funk und Fernsehen interessierte der schnurrende Gauner auf Samtpfoten, der so gern Unterwäsche, Socken oder Handtücher in der Nachbarschaft stibitzt. Jetzt ist Findus auch noch ein Fall für die Literatur: Die Kölner Schriftstellerin und Katzenliebhaberin Elke Pistor widmete ihm ein Kapitel in ihrem Buch „111 Katzen, die man kennen muss“.

Findus kommt im Buch "111 Katzen, die man kennen muss" vor.

Quelle: Jan-Torben Budde

„Ich finde es gut, einfach treffend“, lobt Markus Gertz die Geschichte über Findus. Ehefrau Angelique findet das Kapitel mit ihrem Kater einfach „niedlich“. Ihres Wissens war Autorin Pistor über das Internet auf Findus’ Beutezüge aufmerksam geworden. Es folgten Telefonate und Mails. Jetzt ist Familie Gertz stolzer Besitzer eines Exemplars mit Widmung. „Wenn Hollywood anruft, sagen wir Bescheid“, verspricht das Ehepaar augenzwinkernd.

Kater Findus ist eine Langpfote

Ob nun filmreif oder nicht, kurios ist die Geschichte des Katers allemal. Er ist erst wenige Wochen alt und zwischen Paletten eingeklemmt, als ihn Sohn Hannes (11) entdeckt. „Seitdem ist der Kater in ihn vernarrt“, erzählt Markus Gertz. Als 2012 plötzlich Tannenzapfen und Maiskolben vor der Haustür liegen, haben die Eltern erst die Kinder in Verdacht. 2013 wird die Mutter skeptisch, als sie Putzlappen, T-Shirts und Handschuhe findet. „Und zwar morgens, als die Kinder in der Schule waren“, erinnert sich die 45-Jährige. Es stellte sich heraus, dass Findus die Langpfote ist.

„Er ist aber bis heute nie auf frischer Tat ertappt worden“, sagt Markus Gertz. Findus geht zwischen 22 und sieben Uhr morgens auf Beutefang. Markus Gertz holt einen vollen Karton, in dem sich Unterhosen, Handtücher, eine HSV-Mütze und Stofftiere wie Quietsche-Elefant oder Diddl-Maus befinden. Alles Liebesbeweise für die Familie, so Angelique Gertz, wie es bei Katzen üblich sei. Selten ist eine echt Maus darunter.

Selbst Nachbarn werden von Findus beklaut

Zu den Beklauten zählen vor allem Nachbarn. Wirklich ausgeflippt sei bislang keiner, sagt sie, „die finden es eher lustig, wenn sie ihre Sachen abholen“. Zu den Ausnahmen zählten die Zeitungsausträgerin und ein Bauarbeiter, der wegen des Verschwindens seiner Handschuhe nicht gerade begeistert war. Einmal kehrte Findus mit einem angeschossenen Hinterlauf heim. „Da ging’s ihm schlecht“, sagt Markus Gertz.

Sogar die Polizei sei amüsiert gewesen, als er im Sommer die Taten der Hauskatze beichtete: „Die Beamtin hat schallend gelacht.“ Daraufhin stürzten sich die Medien auf Findus. Ein TV-Team kam eigens nach Lindau, um den Kater für den ZDF-Jahresrückblick 2013 zu filmen. „Er hat sich richtig feiern lassen“, erzählt Markus Gertz. Leider sei der Beitrag aus der Sendung gekippt worden. Im Dorf gilt der Ganove trotzdem als kleiner Star. Gern schaut er in der Kita vorbei, wo sich die Kinder über seinen Besuch freuen. Bei der Feuerwehr staube er gelegentlich Grillwurst ab, und im Gasthof schlafe Findus mitunter hinter der Bühne. Das Mopsen kann der Kater einfach nicht lassen. „Am Wochenende hat er wieder zugeschlagen“, sagt Markus Gertz und zeigt einen Handschuh.

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