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Dank Kreisel läuft es seit fünf Jahren rund

Gettorf Dank Kreisel läuft es seit fünf Jahren rund

Runde Sache für mehr Verkehrssicherheit: Ein Kreisel an der Kreuzung Eckernförder Chaussee/Ravensberg/Am Brook in Gettorf beendete 2011 eine Unfallserie, die die Wohld-Gemeinde über einen langen Zeitraum in Atem hielt. Baubeginn war vor genau fünf Jahren.

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Vorn die Straße Am Brook, hinten der Ravensberg, links und rechts die Eckernförder Chaussee: Seit dem Baustart für den Kreisel im August 2011 hat es auf der einst gefährlichen Kreuzung keine größeren Unfälle mehr gegeben.

Quelle: Ulf Dahl

Gettorf. Viel Regen, wenig Sonne: Der Sommer 2011 präsentiert sich ähnlich unfreundlich wie der des Jahres 2016. Bei durchwachsenem Wetter beginnen Mitarbeiter der Tief- und Straßenbaufirma Sievertsen am 15. August 2011 damit, die Kreuzung im Norden Gettorfs, an der die alte Bundesstraße 76 und die Landesstraße 44 aufeinandertreffen, in einen Kreisverkehr umzubauen. Drei Monate sind für die Bauarbeiten veranschlagt. Der Zeitplan kann weitgehend eingehalten werden, ebenso wie der Kostenrahmen in Höhe von etwa 400 000 Euro. Für die Gemeinde Gettorf, deren Kommunalpolitiker sich einstimmig für den Bau des Kreisels ausgesprochen hatten, verbleibt ein Eigenanteil von 75 000 Euro.

 Rückblende. Als im November 2004 die Gettorfer Ortsumgehung im Zuge der B 76 freigegeben wird und die Autos einen Bogen um die 7000-Einwohner-Gemeinde machen, wird es ruhig auf der Eckernförder und der Kieler Chaussee. Das bisherige Teilstück der Bundesstraße, über das sich Tag für Tag eine Blechlawine in Richtung Kiel und Eckernförde quälte, wird zur Gemeindestraße heruntergestuft. Es ist politischer Wille in Gettorf, dass dieser Straßenzug zurückgebaut wird. Als Konsequenz wird Anfang 2009 bei einer Verkehrsschau besprochen, dass an der Kreuzung Eckernförder Chaussee/Ravensberg/Am Brook die Vorfahrt zugunsten der Landesstraße geändert werden soll. Seit Fertigstellung der Ortsumgehung – das hat eine Verkehrszählung ergeben – rollen auf der L 44 deutlich mehr Fahrzeuge als auf der Eckernförder Chaussee.

 Der Vollzug der Vorfahrtsneuregelung am 17. Juli 2009 durch die Straßenmeisterei kommt dann allerdings doch überraschend – auch fürs Amt Dänischer Wohld. „Vor allem die damit verbundene Ad-hoc-Abschaltung der Ampelanlage bewerte ich aus heutiger Sicht kritisch“, so Amtsdirektor Matthias Meins rückblickend.

 Kaum haben die Autos auf der alten Bundesstraße keine Vorfahrt mehr und kaum ist die Ampel abgeschaltet, zeigt sich, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Es kracht am laufenden Band. Vor allem in den ersten Wochen nach der Änderung der Vorfahrtsregelung häufen sich in den Kiler Nachrichten die Berichte über Verkehrsunfälle. 27. Juli 2009: Im Kreuzungsbereich stoßen ein Mercedes und ein Ford zusammen. Zwei Verletzte. 29. Juli 2009: Ein Handwerker-Ford aus Fleckeby kollidiert mit einem VW Caddy aus Hamburg. Wenig später landet auf der Kreuzung ein Rettungshubschrauber. 30. Juli 2009: Dieser Unfall geht glimpflich aus. Es gibt „nur“ Sachschaden. Drei Beispiele von vielen. Die Unfallserie reißt nicht ab. Wütende Gettorfer machen auf kn-online.de und in Leserbriefspalten ihrem Ärger Luft oder versammeln sich zu einer Spontan-Demo auf der Kreuzung. Die Behörden geraten zunehmend unter Beschuss. Als ein Vertreter der Polizeidirektion Neumünster die Verkehrssituation als „nicht besonders dramatisch“ bezeichnet, kommt das überhaupt nicht gut an. Die Prophezeiung des Beamten, das sich die Autofahrer „in wenigen Wochen“ an die neue Vorfahrt gewöhnen würden, trifft nicht ein.

 In Abstimmung zwischen Amtsverwaltung, Polizei, Kreisverkehrsbehörde und Landesbetrieb Straßenbau werden verschiedene Maßnahmen beschlossen, um die Situation zu entschärfen. Dazu gehören zusätzliche Schilder, Fahrspurverengungen und neue, eindeutige Fahrbahnmarkierungen. „Es wäre sicherlich besser gewesen, wenn diese Maßnahmen schon gleich mit der Änderung der Vorfahrtsregelung umgesetzt worden wären“, sagt Amtsdirektor Matthias Meins rückblickend.

 Mit dem Bau des Kreisels nimmt die Geschichte dann schließlich doch noch ein gutes Ende. „Der Kreisverkehr hat sich bewährt“, ist der stellvertretende Leiter der Polizeistation Gettorf, Dirk Reimer, überzeugt. Die Unfallzahlen seien drastisch zurückgegangen. Ähnlich positiv sieht es Gemeindewehrführer Frank-Andreas Greggersen: „Seit der Kreisverkehr da ist, ist Ruhe.“

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Ein Artikel von
Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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