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Warten Sie noch oder surfen Sie schon?

Gettorf Warten Sie noch oder surfen Sie schon?

Gehören Wartezeiten auf dem Flur vor der Amtsstube bald der Vergangenheit an? So nach dem Motto: Sitzen sie noch oder surfen Sie schon? Auf Einladung des Gettorfer Seniorenbeirates war Oliver Voigt aus der Kieler Staatskanzlei am Dienstagabend im Hotel Stadt Hamburg zu Gast.

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Sprach in Gettorf über Kommunikation: Oliver Voigt.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Der Mitarbeiter im Zentralen IT-Management der Landesverwaltung sprach über Perspektiven für den ländlichen Raum. Anlass war die Erlebniswoche der Senioren unter dem Motto Neue digitale Information, Kommunikation und Medien. „Viele der Dienste, die wir anbieten, sind den Bürgern gar nicht bekannt“, bedauerte Voigt. Ein Ziel des Landes laute, die Wege der Bürger zu verkürzen. Behördliche Angelegenheiten sollten auch abends oder am Wochenende per Mausklick erledigt werden können. Der Verwaltungswirt nannte die einfache Melderegisterauskunft. Wer die Adresse einer Person suche, erhalte die Daten nach Registrierung und gegen Gebühr über das Internetportal Schleswig-Holstein-Service. Von dem Onlinedienst profitierten Firmen, aber auch Privatleute – zum Beispiel bei der Organisation von Ehemaligen-Treffen.

Ebenso ist eine Datenbank für Kindertagesstätten im Aufbau, die das Leben von Personal und Eltern erleichtern solle, so der IT-Mitarbeiter. Der Grund: Wenn die Kita noch keine klare Zusage für einen Platz gebe, meldeten Mütter ihre Sprösslinge sicherheitshalber in gleich mehreren Einrichtungen an. „Die Überzeichnungen in Kitas hat Überhand genommen“, so Voigt. Im Herbst werde der Dienst in den ersten Einrichtungen eingeführt.

Bauprojekte sorgen oft für Diskussionsstoff, weshalb Bürger im Verfahren Stellung beziehen können. Künftig nicht nur per Brief, sondern auch auf einer digitalen Plattform. Möglich macht es die Bauleitplanung-Online-Beteiligung (BOB), wobei sie Plan-Dokumente anklicken können. Laut Voigt läuft die Testphase. Als Idee bezeichnete er eine weitere Plattform, die ebenfalls der Bürgerbeteiligung dient. Arbeitstitel: „Adhocracy“. In dem Forum könnten Bürger eigene Ideen zur Diskussion stellen – beispielsweise Entwicklungskonzepte für den eigenen Ort. Zudem stellte Voigt noch den direkten telefonischen Draht zur Verwaltung vor. Die Behördennummer 115 vernetze teilnehmende Servicecenter der Kommunen, Länder und Bundesbehörden. Es werden Fragen beantwortet wie: Wann hat die Zulassungsstelle geöffnet? Oder: Wie melde ich ein Gewerbe an?

Wer die 115 wähle, erhalte auch Auskünfte aus dem Amtsbereich Dänischer Wohld, so Amtsdirektor Matthias Meins. Im Saal gab es Lob für die Online-Angebote, aber auch kritische Stimme. Stichwort Datenschutz. „Es sind zusätzliche Angebote für die Bürger“, betonte Voigt. Was besonders Senioren noch mit Skepsis betrachteten, so Amtsvorsteher Kurt Arndt, sei für Jugendliche bereits Alltag. Shopping, Pizza bestellen oder Versicherungen abschließen: Thomas Grötsch, Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins (HGV), erwähnte eine Erhebung, wonach 15 Prozent der Bürger Alltägliches per Mausklick erledigten. Laut HGV-Mitglied Arthur Rathje werde das Thema Internet im Stadtmarketing-Prozess noch eine Rolle spielen.

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