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Eckernförde wird zur Bühne für große Debatten

Europäisches Jugendparlament Eckernförde wird zur Bühne für große Debatten

In der Waldorfschule in Eckernförde lassen sich seit Mittwoch außergewöhnliche Sachen beobachten: Jugendliche, die im Kreis hüpfen und tanzen, Tonnen an bunten Post-its bekritzeln und Unmengen an Kaffee trinken. Sie alle sind Teil des Europäischen Jugendparlaments, welches bis Sonntag hier zu Gast ist.

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Die Waldorfschüler des elften Jahrgangs Robin von Boetischer (links) und Karl Klagges aus Eckernförde (hier mit Anna Barkemeyer, Mitarbeiterin des EJP) empfinden die Tagung als großen Gewinn.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Unter dem Oberthema Tourismuspolitik der Europäischen Union verwandeln die Jugendlichen das Ostseebad Eckernförde in eine Bühne für europapolitische Debatten. „Ein großer Reiz, den das Europäische Jugendparlament für mich ausmacht, sind die Diskussionen zu hochaktuellen Fragen“, sagt Lena Kreft, die gerade ihr Abitur an der Jungmannschule in Eckernförde ablegt und als ehrenamtliche Organisatorin für den Transport auf der Sitzung verantwortlich ist. Ob und wie beispielsweise die verschärften Sicherheitsmaßnahmen als Reaktion auf die terroristischen Anschläge die Reisefreiheit in Europa einschränken, und was junge Leute darüber denken, das würde sie interessieren.

Die 23-jährige Sitzungspräsidentin Lia Pachler aus Österreich begrüßte das Organisationsteam sowie die Ausschussmoderatoren und die Sitzungsjournalisten bereits am Mittwoch in der Aula der Schule zu einem gemeinsamen Vorbereitungstag: „Ich fühle mich sehr geehrt, diese Sitzung leiten zu dürfen, da ich bereits das Glück hatte, an einigen deutschen Sitzungen teilzunehmen. Ich weiß, wie viel Arbeit das EJP in solche Veranstaltungen steckt und ich bin mir sicher, dass Eckernförde die Erwartungen mehr als erfüllen wird.“

Die beiden 17-jährigen Waldorfschüler Robin von Boetticher und Karl Klagges aus Eckernförde, beide aus dem elften Jahrgang, empfinden schon am Freitagmittag die Tagung als außergewöhnlich gewinnbringend. Nach der Teambildung am Vortag widmen sie sich in unterschiedlichen Gruppen Themen wie dem digitalen Singlemarkt oder dem Klimawandel, sowie den Bestrebungen, die digitale Welt in Europa besser zu vernetzen. „Mehr als 70 Prozent der Menschen kaufen beispielsweise in Deutschland auch im Internet ein“, berichtet von Boetticher, doch sie würden meist nur regionale Anbieter ansteuern und nicht andere im europäischen Ausland. Außerdem würde Deutschland auch technisch hinterher hinken: Das Netz sei zu langsam, insbesondere in den ländlichen Gegenden.

Mit Spannung sehen die Jugendlichen der Debatte am Sonnabend im Kieler Landtag entgegen. Lampenfieber? „Nein“, sagt von Boetticher, schließlich sehe man die meisten Teilnehmer nie wieder.

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