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Ex-Butterdampfer muss weichen

Eckernförde Ex-Butterdampfer muss weichen

Der ehemalige Butterdampfer „Andreas Gayk“ wird Eckernförde verlassen. Die Eigner des Schiffes und die Stadtwerke Eckernförde (SWE) als Hafenbetreiber einigten sich jetzt in einer öffentlichen Verhandlung vor dem Landgericht Kiel auf einen Vergleich.

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Ausgeblichene Gardinen, Roststellen am Rumpf: Der ehemalige Butterdampfer „Andreas Gayk“ dümpelt im Eckernförder Hafen vor sich hin und wird auch als Restaurantschiff nicht mehr genutzt. Ursprünglich sah das Projekt ein Museumsbutterschiff mit Gastronomie und Rundfahrten vor.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Die Stadtwerke verzichten im Gegenzug auf Liegegeld-Forderungen in Höhe von 20000 Euro. Im Oktober soll die „Gayk“ ihren Platz am Kai räumen. Damit endet der Traum von einem Museumsbutterschiff mit Restaurant und Rundfahrten in Eckernförde.

 Vorangegangen war dem Vergleich ein Streit zwischen den Schiffseignern und den Stadtwerken um Liegeplatz-Entgelte. Diese seien zu hoch, hatte seinerzeit Rieke Boomgaarden moniert, dem zusammen mit Wolfgang Beyer das Schiff gehört. Zudem widersprächen schon Grundlagen des ersten Vertrages mit den Stadtwerken Teilen der Schleswig-Holsteinischen Hafenordnung und der Eckernförder Hafenentgeltsatzung. Die Stadtwerke sehen sich hingegen durch die Aussagen der Richter bestätigt. Auch wenn Gastronomieschiffe bislang nicht über die Hafenentgeltsatzung geregelt seien, so SWE-Geschäftsführer Dietmar Steffens, hätten die Richter kein Problem darin gesehen, für eine Sondernutzung eine rechtswirksame Vereinbarung zu treffen. Unabhängig davon wird derzeit die Hafenentgeltsatzung überarbeitet.

 Die „Andreas Gayk“ liegt seit Januar 2012 in Eckernförde. Der ehemalige Butterdampfer sollte dort wieder für Rundfahrten flott gemacht und als Restaurantschiff ausgebaut werden. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hatte den Eignern mehrfach ein Ultimatum gesetzt, das Schiff in einen fahrbereiten Zustand zu bringen. Dies ist bis heute jedoch nicht gelungen. Die Eigner hatten auf „mehr Zeit“ gepocht. Daraufhin drohte die Liegeplatz-Räumung. Derzeit rostet das 1970 gebaute, ehemalige Butterschiff am Kai des Stadthafens langsam vor sich hin. Der Hafenbetreiber möchte dort wieder freien Platz schaffen. Der Aufsichtsrat der SWE hat dafür dem Verzicht auf geforderte 20000 Euro im Vergleich zugestimmt. Zur Zukunft der „Gayk“ wollte Boomgaarden auf Anfrage unserer Zeitung derzeit noch nichts sagen.

 Während das Museumsbutterschiff im Oktober Eckernförde verlassen soll, hat ein anderer Schiffsbetreiber für die Saison schon Fakten geschaffen. Das Fahrgastschiff „Feodora II“ wird dieses Jahr von Eckernförde aus keine Ausflugsfahrten mehr anbieten. Im Vorjahr war der kleine Dampfer noch an einigen Tagen zu Rundfahrten vom Ostseebad aus gestartet. Doch damit ist es jetzt vorbei. Kapitän Alexander Klein bemängelte die Rahmenbedingungen. Er habe einen Liegeplatz an schlecht einsehbarer Stelle erhalten und die Gebührenpolitik im Hafen sei noch von Strukturen der alten Butterfahrten geprägt.

 „Die fahrende Flotte müsse aufgrund höherer Unkosten gegenüber der liegenden deutlich bevorteilt sein“, meinte Klein. Er hätte sich eine Runde mit allen Hafen-Nutzern gewünscht, um einen gemeinsamen Kurs zu finden. In Laboe, Strande oder Damp gebe es da eine ganz andere Zusammenarbeit.

 So gibt es diese Saison nur noch drei Möglichkeiten, von Eckernförde aus zu einer Ausflugsfahrt zu starten. Der Zweimaster „Tu Solo Tu“ (www.segelschiff-tusolotu.de) bietet wieder Fördefahrten auf der Bucht – im Sommer täglich – für maximal zwölf Personen an. Dazu kommen Sonnenuntergangstörns und Schnuppersegeln. Der Fischkutter „Ecke 4“ nimmt Gäste mit auf Fahrten zu den Stellnetzen vor Eckernförde, die dann eingeholt werden. Und mit dem Angelkutter „Simone“ (www.hochseeangeln-eckernfoerde.de) können Petrijünger zu Hochseeangelfahrten auslaufen.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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