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Stadthalle zu wenig gepflegt?

Eckernförde Stadthalle zu wenig gepflegt?

Der langjährige Architekt und frühere Eckernförder Ratsherr Günter Haß ist als streitbarer Geist bekannt. Jetzt erhebt er in einer Stellungnahme zur Sanierung der Stadthalle Vorwürfe, dass „seit zu vielen Jahren“ eine Betonsanierung an der schadhaften Attika (Dachumrandung) unterblieben sei.

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Günter Haß, in den 70er-Jahren als Architekt am Bau der Eckernförder Stadthalle beteiligt, beklagt eine zu geringe Wartung des Gebäudes. Das habe jetzt zur Abstützung der schadhaften Attika geführt.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Haß war als Architekt 1971/72 maßgeblich am Bau der 70 mal 30 Meter großen Stadthalle des Ostseebades beteiligt. Die Hallenbreite wurde mit Stahlbetonbalken überspannt, die Dach- und Deckenkonstruktion mit einer Attika aus Waschbeton-Fertigteilplatten verkleidet. Doch genau diese Platten bereiten den Verantwortlichen jetzt Kopfschmerzen, denn der Beton beginnt zu bröckeln. Da die Festigkeit nicht mehr gegeben ist, empfahl ein Ingenieurbüro dringend eine kurzfristige Absicherung. Seit einigen Wochen umspannt ein unschönes Holzkorsett die Stadthallen-Fassade, das die Attika stützt. Die Eckernförder Ratsversammlung sprach sich vor der Sommerpause für eine Teilsanierung der Außenhülle plus einer Innensanierung der Halle für insgesamt 3,3 Millionen Euro aus. Die Baumaßnahmen werden jetzt vorbereitet, sie sollen voraussichtlich nicht mehr in diesem, aber im kommenden Jahr starten.

 Laut Haß können im Beton liegende Stahlteile rosten, was zur Folge hat, dass darüber liegender Beton abgesprengt wird. Genau das sei bei der Attika, die der Witterung und dem Seeklima ausgesetzt ist, geschehen. Solche Absprengungen müssten nach Angaben des Architekten – im Rhythmus von wenigen Jahren – laufend saniert werden. Dies sei anfangs auch passiert. „Noch vor 15 Jahren gab es im städtischen Haushalt Rückstellungen für die Attika.“ Seit mehreren Jahren sei die Sanierung später aber unterblieben, sodass sich die Schäden ausdehnen konnten, sagt Haß. Das Geld für die Holzkonstruktion hätte man sich seiner Meinung nach sparen können. Für ihn ist es unverständlich, dass er als ortsansässiger Architekt nicht zur Wartung und Pflege der Stadthalle befragt worden sei, mit der er sich noch verbunden fühle. Schon seit Jahren seien die Probleme an der Attika sichtbar gewesen.

 Die Eckernförder Stadtverwaltung reagierte gestern überrascht auf die Kritik des früheren Stadthallen-Planers. Bürgermeister Jörg Sibbel bezeichnete es auf Anfrage unserer Zeitung als ungewöhnlich, dass ein Architekt, der im Auftrag der Stadt gearbeitet habe, solche Vorwürfe erhebe, ohne vorher das Gespräch mit der Verwaltung gesucht zu haben. Bei Bedarf werde man in gebotener Form die Politik informieren. Zu konkreten Einzelheiten konnte Sibbel spontan noch keine Auskunft geben.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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