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Explosive Gegensätze

Kunstgalerie in Surendorf Explosive Gegensätze

Nähe und Ferne, Beziehungsspiele ohne Bezugsperson und Figuren, die keine Bezüge zulassen: Die Surendorfer Galerie an der Schule 9 in Schwedeneck bietet zwei spannende Wochen für Gäste der Ausstellung dreier Künstlerinnen mit Kiel-Bezug.

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Sabine Rieck, Ulrike Lohmeyer-Boysen und Evelyn Gesen (v.l.) spannen den Bogen zwischen Beziehungsreichem und Kunst, die Bezüge verweigert.

Quelle: Cornelia Müller

Schwedeneck. Galeristin Ulrike Lohmeyer-Boysen, die in den lichten Räumen auch ihr Atelier hat, hat in der diesjährigen Sommerausstellung erneut Evelyn Gesen (Kiel) und Sabine Rieck (Strande und Kiel) zur Seite. Gleichwohl ist die Schau für alle drei „ein völliges Novum und eine wunderbare Erfahrung“. Sabine Rieck hatte in der Weihnachtsausstellung erstmals Radierungen in Surendorf gezeigt. Jetzt präsentiert die in Wuppertal ausgebildete Künstlerin, die vor Jahren die Werbegrafik endgültig ab acta gelegt hat, mit ihren Drucken Beziehungen subtiler Art. Weder Personen noch Gegenstände bildet sie ab. Farbige Elemente, angedeutete Umgrenzungen, die sich weider öffnen, oder Nahtstellen zusammengesetzter, schon benutzter Radierplatten erzählen dennoch Geschichten, in denen sich das eine mit dem anderen versteht, sich am anderen reibt oder mit ihm kommuniziert.

 Den schönen Gegensatz dazu bildet die plakative Zeichenwelt von Evelyn Gesen. Sich wiederholende, reproduzierbare menschliche Figuren, mal bizarr im Raum schwebend, mal explosiv lachend und dabei doch starr, lassen Gefühle und Sprache stocken. Woran erinnern diese Chiffren noch? Es scheint dem Betrachter auf der Zunge zu liegen. Allein das Gedächtnis scheint sie nicht freigeben zu wollen. Oder gibt es gar keine Erinnerung an das, was bekannt scheint?

 Korrespondierend in der Haltung ist eine der bildhauerischen Arbeiten aus Keramik von Ulrike Lohmeyer-Boysen: eine Frau, die mitten im Raum Arme und Beine in die Luft wirft. Doch hier platzt die pralle Lebensfreude dem Gast entgegen. Untermalt ist sie von roten Pünktchen, die Fröhlichkeit ausstrahlen und auf den zweiten Blick doch stutzen lassen. Die aus Ton erwachsenen Paarbeziehungen lassen Interpretationsraum, der einfach guttut. „Wie gut sich unsere Arbeiten von selbst in Beziehung setzen, hat auch uns überrascht“, berichten die Drei. „Schon nach anderthalb Stunden war uns völlig klar, wie wir die Schau arrangieren und was wohin gehört.“

 Galerie an der Schule 9 in Surendorf, Eröffnung am Sonntag, 3. Juli, 11 Uhr; danach täglich bis 17. Juli von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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