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Exzesse und Experimente

Lange Nacht der Kultur Exzesse und Experimente

Was könnte es für viele Menschen Schöneres geben, als einfach einmal in einem Supermarkt eingeschlossen zu sein? So passiert es mit acht Kunden in Claudia Piehls Stück Supermarkt-Exzesse im Carls, gezeigt im Rahmen der Langen Nacht mit Tanz und Theater am Wochenende.

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Exzesse im Supermarkt erlebten die Zuschauer im Carl mit „Piehls Zeitgeistern“ zum Beispiel beim Einkaufswagenrennen.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Da werden Fantasien frei: Man könnte zum Beispiel alle Überraschungseier öffnen oder alle Megapearls in die Tiefkühlvitrinen kippen und darin ein Bad nehmen. Oder ein Einkaufswagenrennen gegeneinander starten.

Das Theaterstück mit Texten von Sonja Diecks, auch bekannt von den Blonditen, Ingrid Lausund, Claudia Piehl, Armin Heldt, aber auch Johann Wolfgang von Goethe und William Shakespeare konnte begeistern. Die Mischung machte es eben: Aktuelle banale Alltagsdialoge wurden garniert durch klassische Weisheiten, die beispielsweise Armin Heldt als Heinrich von Faustmann beisteuerte. Wollte man mit ihm kommunizieren, dann nur in Reimen, sonst erhielt man keine Reaktion.

Bereits am Nachmittag strömten die ersten Besucher zu den zahlreichen Veranstaltungen der Langen Nacht. Als Magnet erwies sich der Flamenco-Workshop in der Bürgerbegegnungsstätte, der den Raum dort fast zum Platzen brachte. Bei offenem Fenster waren die Musik und die rhythmisch klackernden Schuhe auf dem Parkett auch auf dem Rathausmarkt zu hören.

Tanzen lernen konnten auch die Besucher der Galerie 66 in der Kieler Straße. Tanzlehrerin Marie Kleinert aus Hamburg zeigte ihrem „Nachwuchs“, wie die Schritte beim Swing richtig zu setzen sind – mal mit gutem, mal mit weniger gutem Erfolg. Egal, Spaß machte es jedem, sich zu der Musik im Stil von Django Reinhardt von der Gruppe Duke & Dukies aus Hamburg zu bewegen.

Mut zu neuen Experimenten zeigte die Kulturbeauftragte der Stadt, Andrea Stephan, bei der Auswahl der Künstler für diesen Abend, einen von vier Langen Nächten in der Stadt. So zum Beispiel beim Engagement der Kieler Stadtbekannten, die ihren Auftritt am späten Abend im Künstlerhaus in der Ottestraße hatten. Da gab es bei den Zuschauer nur ein Entweder-Oder: Während einige den Ort nach dem ersten Auftritt kopfschüttelnd verließen, ließen sich die Übrigen auf das Experiment ein und hatten ihren Spaß. Jürgen Schalla, Annette Braak und Gabriele Pahms stiegen in die Rollen als Fredi & Freddy, dem berühmten Bauchredner und seinem kleinen Freund, als drei Cornettos, oder Toni Treetop und Affe Coco, letzterer von Gaby Pahms ausgiebigst und mit Inbrunst dargestellt. Klasse auch die Szene, in der mittels Zollstöcken eine Autofahrt gemimt wurde oder der Zauberer Verschwindibus, der gemeinsam mit seiner zauberhaften Assistentin Hildegard von Hinten ebendiese verschwinden ließ und später eine Zuschauerin ins Programm mit einbezog. Abgesehen von ein paar Längen: Wer sich darauf einließ, hatte großen Spaß. Und wer um 22.30 Uhr noch nicht genug hatte, konnte immer noch in der Jugend-, Kultur- und Medienwerkstatt Das Haus einsteigen in die Rockabilly-Show mit Biggs B Sonic und den Jungs Bastian Gregor (Drums), Karsten Jordt (Gitarre) und Andreas Rüske (Bass) aus Kiel, die dort ihren coolen Vintage-Sound präsentierten.

Weitere Angebote: Improvisationstheater mit dem Ensemble Improphil, ein Salsa-Workshop mit Birte Judisch, musikalisch-literarische Kompositionen mit Babelfisch.

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