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Orts-FDP im Streit mit dem Kreis

Kinderstation Orts-FDP im Streit mit dem Kreis

In ihrer Vorstandssitzung Donnerstagabend fand die FDP Eckernförde-Schlei-Ostsee deutliche Worte: „Für uns ist die Schließung der Kinderstation an der Imland-Klinik in Eckernförde nicht hinzunehmen“, sagte der Ortsvorsitzende Bernd Hadwig.

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Seit November ist die kinderärztliche Belegabteilung an der Imland-Klinik Eckernförde eingestellt.

Quelle: Cornelia Müller

Eckernförde. Seine Befürchtung: Diese Maßnahme diene nur dazu, später eine mögliche Schließung der Geburtsstation zu begründen. Um die Kinderstation wieder zu aktivieren und die Geburtshilfe zu sichern, bittet der Ortsvorstand die FDP-Kreistagsfraktion, einen Antrag in die nächste Kreistagssitzung einzubringen. Darin heißt es unter anderem: Die Imland-Geschäftsführung solle innerhalb eines halben Jahres ein Konzept vorlegen, wie eine stationäre Versorgung für Kindermedizin und eine Geburtshilfestation in den nächsten Jahren rechtssicher und durchgängig am Standort Eckernförde betrieben werden könnten.

 Und weiter: Die Kinderstation sei durch angestellte Ärzte der Imland-Klinik als Nebenstelle der Hauptabteilung in Rendsburg zu betreiben. Die Zuhilfenahme niedergelassener Honorarärzte oder Belegärzte sei zu begrüßen. Der Kreistag erachte die Geburtshilfestation Eckernförde als „unentbehrliche medizinische Versorgung“, die Kinderstation sei unverzichtbar.

 „Es ist beschämend, was der Kreis mit Eckernförde abzieht“, wetterte der stellvertretende FDP-Vorsitzende Oliver Fink. Er wies darauf hin, dass der Kreis im März 2013 versprochen habe, die Geburtsstation und die Kinderstation zu erhalten. Fakt sei, so Fink, seit vier Jahren liege kein Konzept der Geschäftsführung vor, hätten weder Aufsichtsrat noch Kreistag es eingefordert. Er warf Kontrollversagen vor und forderte den Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden Thorsten Schulz.

 Der Kreis reagierte am Freitag auf die harsche FDP-Kritik. „Vertreter aller Fraktionen, die Verwaltung und die Geschäftsführung tun alles dafür, um die bestmögliche Lösung für die Geburtshilfe und die ärztliche Versorgung von Kindern in der Eckernförder Klinik zu erreichen“, erklärte Pressesprecher Martin Schmedtje im Namen des Landrats. 2013 habe es das Kooperationsmodell als Konzept zur Fortführung von Geburtshilfe und Kinderstation gegeben. Niemand habe davon Abstand nehmen wollen. „Aber wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, muss reagiert werden“, so Schmedtje.

 Nach seinen Worten gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, ob aufgrund einer Gesetzesänderung im Jahr 2016 das Belegarztmodell an der Geburtsklinik unverändert fortgeführt werden kann. Die Verwaltung hat deshalb am Donnerstag im Anschluss an die Hauptausschusssitzung in Abstimmung mit den Vertretern aller Kreistagsfraktionen ein externes Rechtsgutachten in Auftrag gegeben. Sollte dieses bestätigen, dass das bisherige Belegarztmodell so nicht weitergeführt werden kann, „wird auf die geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen zu reagieren sein“, so Schmedtje. Auf Sachlichkeit pochte am Freitag auch der FDP-Kreisfraktionsvorsitzende Jan Butenschön. Alle Fraktionen seien im guten Gespräch. Er unterstrich: „Wir stehen zum Klinikstandort Eckernförde“.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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