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Mit Kindern lachen, spielen und lernen

FSJ in Kita Gettorf Mit Kindern lachen, spielen und lernen

Vanessa Jürgensen aus Osdorf hat zu Hause vier Geschwister, davon drei jüngere. Aber das ist ihr offenbar noch nicht genug. Die 17-Jährige absolviert in der Kita am Sportplatz in Gettorf gemeinsam mit Jessica Haberer (ebenfalls 17) ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ).

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Vanessa Jürgensen (li.) und Jessica Haberer wissen schon jetzt, dass sie Malia (4; v.li.), Matti, Pia, Hannah (alle 6) vermissen werden.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. Beide bereuen es nicht, sich für diesen Freiwilligendienst entschieden zu haben. „Wir sind selbstständiger geworden“, sagt Jessica – „und selbstbewusster“, fügt Vanessa hinzu. Am 15. Juli endet für sie das FSJ. Wer möchte am 22. August ihre Nachfolge antreten? Kita-Leiterin Birgit Gang nimmt gern Bewerbungen entgegen.

Dass der Dienst bereits um 7 Uhr in der Frühe beginnt, stört Jessica nicht. „Die Arbeit macht viel Spaß, das ist jeden Morgen Motivation genug“, sagt die Gettorferin, die, ebenso wie Vanessa, 2015 die Isarnwohld-Schule mit dem Mittleren Bildungsabschluss verließ. In der Piraten- (eine I-Gruppe) und in der Igel-Gruppe gehen sie den Erzieherinnen und sozialpädagogischen Assistentinen zur Hand, bestücken morgens den Frühstückswagen, kümmern sich um die Wäsche, helfen den Kindern beim Zähneputzen und beim Toilettengang – und es bleibt auch noch Zeit zum Spielen und Kuscheln. „Die FSJ-lerinnen sind ganz nah dran an den Kindern, das ist für unsere Mädchen und Jungen eine Bereicherung“, sagt die Erzieherin Birgit Gang, die die Kita seit 2008 leitet und vorher 28 Jahre lang im Gruppendienst in der Kita Parkallee tätig war.

Keine Vertreterjobs

„Keine FSJ-Kraft kann und darf unsere Mitarbeiterinnen vertreten“, stellt die Kita-Leiterin klar. Die jungen Frauen hätten deshalb auch keinen Einfluss auf den Personalplan – „sie sind ein Bonus“.

Bisher hat das Kita-Team gute Erfahrungen mit FSJ-Kräften gemacht. „Manchmal allerdings“, so Birgit Gang, „müssen die jungen Leute, die direkt von der Schule kommen, erst noch lernen, dass es im Arbeitsleben Regeln gibt.“ Zunehmend sei auch festzustellen, dass es in Sachen Eigenständigkeit „hier und da Nachholbedarf gibt“. So sei mancher Schulabgänger nicht in der Lage, eine Waschmaschine zu bedienen.

Der Abschied wird schwerfallen

Auf Jessica und Vanesa trifft das nicht zu. Sie bekommen von ihrer Chefin gute Noten. Der nicht mehr in weiter Ferne liegende Abschied werde ihnen schwerfallen, versichern beide. Zwar seien einige Kinder „manchmal ganz schön frech“, wie Vanessa lächelnd berichtet. „Aber es ist schön zu sehen, wie sie sich entwickeln“, sagt Jessica.

Die während des Freiwilligenjahres obligatorischen Seminare werden von der Awo Kiel organisiert. Sport und Ernährung, soziale Medien, Selbstwahrnehmung – die Themen sind vielfältig und können von den Teilnehmerinnen zum Teil selbst bestimmt werden. Jessica: „Man lernt viel dazu, auch über sich selbst, und man findet neue Freunde.“

„Für den Berufseinstieg kann das FSJ nur von Vorteil sein“, ist Birgit Gang überzeugt. Für Jessica und Vanessa steht bereits fest, dass sie im sozialen Bereich bleiben. Zunächst wollen sie die Fachhochschulreife oder das Abi nachholen. „Danach mache ich vielleicht etwas in Richtung Sprachförderung“, überlegt Jessica. Und Vanessa? „Ich könnte mir gut vorstellen, mit Menschen mit Behinderungen zu arbeiten.“

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