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Wenn nur die Hoffnung trägt

Familien auf der Flucht Wenn nur die Hoffnung trägt

Deutschlands Menschlichkeit schrumpft im Streit um den Familiennachzug von Flüchtlingen auf Zahlen und Kosten. Der Film "Elpida" leuchtet aus, was die Familien durchleben. Auch Flüchtlinge in Eckernförde sind darunter. Am Sonnabend, 9. Dezember, ist er im Kommunalen Kino Eckernförde zu sehen.

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Szene aus dem Film "Elpida - Hoffnung": Familie Hamo aus Syrien im Dezember 2016 im Lager Lakadikia bei Thessaloniki in Griechenland.

Quelle: Medienprojekt Wuppertal

Eckernförde. Für Familie Hamo aus Syrien hat sich die Angst, einander zu verlieren, gerade noch gelöst. Die Abotalebs aus dem Jemen leben weiter in einer Ungewissheit, die jeden Tag größer wird. Das sind zwei Beispiele aus Eckernförde, der zweiten Heimat von Mohamad Eid Hamo und Mohammed Abotaleb. Der investigative Dokumentarfilm von Sebastian Bergfeld, Lea Dinger und Lukas Georgiou vom Medienprojekt Wuppertal begleitet Hamo ins Lager Lakadikia in Griechenland, wo Frau, Sohn und sein Baby, das auf der Flucht geboren wurde, festhängen.

"Hätte ich gewusst, wie Ungewissheit schmerzt, wäre ich nicht gegangen"

Elpida ist griechisch und heißt Hoffnung. Es ist das wichtigste Wort im Flüchtlingslager Lakadikia bei Thessaloniki. Faten Ramadhan aus Aleppo in Syrien und ihr elfjähriger Sohn Mousa müssen 2015/16/17 an die Bedeutung dieser Buchstaben sehr fest glauben. Nahwand, der einjährigen Tochter, werden sie und Ehemann Mohamad Eid Hamo später davon erzählen. Dass sich die Zeit bangen Hoffens im Dezember 2016, drei Jahre nach der gemeinsamen Flucht in die Türkei, später auf zweieinhalb Jahre summiert, ahnte keiner. „Sonst wäre ich nicht gegangen“, sagt Hamo heute. "Der Schmerz lässt die Hoffnung sterben."

Die Hoffnung nährt sich von der Freude der Familien, die reisen dürfen

Es ist Nikolaustag 2017, Tag zwei im neuen, gemeinsamen Leben in Eckernförde. Deshalb können Hamo, seine Frau und Mousa trotz der bitteren Erkenntnis lächeln. Der Vater lebt seit August 2015 hier. Sein Integrationslotse Mohammed Abotaleb von Pro Regio in Eckernförde übersetzt für ihn und hat ihn die Zeit über betreut. Er selbst ist 2015 aus dem vom Bürgerkrieg erschütterten Jemen geflohen - wie Hamo überzeugt, dass die drei Töchter und Ehefrau Yusra nachkommen dürfen. Der Volkswirt hat früher in Deutschland studiert. Als „subsidiär Geduldeten“ durfte Pro Regio ihn anstellen. Als er den Jemen verließ, war Sahraa, seine jüngste Tochter, wenige Monate alt. Jetzt ist sie drei, Fatima acht, Batol elf. Wie lange er es noch aushält ohne sie, kann er nicht sagen. „Aber Hamos Freude stärkt meine Hoffnung“, sagt er entschlossen. Mohamad und Fatem können den Schmerz darunter spüren.

Der 90-minütige Dokumentarfilm "Elpida - Hoffnung" läuft am Sonnabend, 9. Dezember, um 18.30 Uhr im Kommunalen Kino (Das Haus) in Eckernförde, Reeperbahn 28. Protagonisten und Filmemacher sind anwesend.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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