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Proteste gegen Naturkindergarten

Felm Proteste gegen Naturkindergarten

Der Bedarf an Plätzen steigt, doch einen Kindergarten-Neubau kann Felm finanziell kaum stemmen. Aus dieser Not möchte die Gemeinde eine Tugend machen: Sie fasste den Grundsatzbeschluss, eine von Eltern oft geschätzte Naturgruppe einzurichten (KN berichteten). Nun kommt Protest von Anwohnern.

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Bürgermeister Friedrich Suhr zeigt das Areal für den Naturkindergarten an der Straße Bökeneck.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Felm. Der Felmer Treff widmete sich am Montag dem Thema Bildung. Moderator und Organisator Hermann-Josef Thoben hatte dazu Britta Weidemeier von der IHK eingeladen, die das von ihr betreute Projekt „Haus der kleinen Forscher“ vorstellte. Es waren aber auch Anwohner aus der Straße Bökeneck gekommen, um Unmut über die Naturgruppen-Pläne zu äußern. Die bis zu 18 Kinder sollen auf einer Gemeindefläche am östlichen Ende von Bökeneck eine Hütte oder einen Bauwagen bekommen. Über den Wanderweg erreicht der Nachwuchs von dort aus den artenreichen Stodthagener Wald der Stiftung Naturschutz.

Die Bökeneck-Anwohner, die Bürgermeister Friedrich Suhr (CDU) eine Liste mit 27 Unterschriften übergaben, hatten unterschiedliche Kritikpunkte. Sorge bereitete zum Beispiel das erhöhte Verkehrsaufkommen durchs Bringen und Holen – womöglich noch mit überhöhtem Tempo. In den teils unübersichtlichen Straßen Mühlenring und Bökeneck werde es dadurch sehr eng. Schulkinder seien dadurch Gefahren ausgesetzt. Die Idee einer Besucherin: Die Kinder könnten sich doch morgens am Kindergarten treffen und von dort gemeinsam zu Fuß zur Hütte gehen.

Einige Felmer fühlten sich übergangen: Sie hätten erst jetzt von den Plänen erfahren. Alles sei aber in öffentlichen Sitzung besprochen worden, erklärte Gemeindevertreter Holger Hackauf (CDU). Zudem wies Suhr darauf hin, dass die Einzelheiten noch geklärt würden. Die Naturgruppe soll aber im Ortsteil Felm angesiedelt sein, damit jene Kinder, die noch länger betreut werden, kurze Wege zum Kindergarten-Gebäude haben. Ohne die Naturgruppe müsste künftig Felmer Nachwuchs auswärts Kitas besuchen – doch vielerorts seien die Kapazitäten ebenfalls erschöpft. „Es ist wirklich vieles abgeklopft worden“, erklärte eine Frau vom Arbeitskreis Kindergarten. „Wir nehmen die Bedenken auf“, versicherte Suhr.

Ein Anwohner wies darauf hin, dass die Grünfläche ein Passageweg für Amphibien und Nattern sei. Zudem solle die Siedlung eine reine Wohnsiedlung bleiben – er sei nicht gegen einen Kindergarten, sondern gegen den Standort.

Nach Britta Weidemeiers Erfahrung sind viele kinderlieb – doch wenn es um eine Einrichtung in der Nähe geht, komme Protest. Sie warb für die „Chance, einen tollen Naturkindergarten zu bekommen“. Und war sicher, dass die Amphibien sich nicht vor 18 Kindern erschrecken werden. Ein gutes Schlusswort, fand Hermann-Josef Thoben. ker

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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