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Jedes Bienenvolk hat seine Türsteher

Osdorf Jedes Bienenvolk hat seine Türsteher

Ferienspaßkinder fliegen auf Bienen: Karl-Heinz Petersen aus Osdorf und sein Imkerkollege Thorsten Haß aus Kleinfelmerholz konnten sich vor Anmeldungen kaum retten, als sie an zwei Nachmittagen ihr Hobby vorstellten.

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Anschauliche Informationen über Bienen und Honig: Karl-Heinz Petersen (rechts) und Imkerkollege Thorsten Haß (links) mit den Ferienspaß-Kindern.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Osdorf. Auf anschauliche Weise wurde den Kindern vermittelt, dass wir den Honigbienen nicht nur einen leckeren und gesunden Brotaufstrich verdanken, sondern dass sie als Bestäuber von Blütenpflanzen auch einen wichtigen Beitrag für die Artenvielfalt in unserem Ökosystem leisten.

Die 13 Kinder, die die Hobbyimker am Mittwochnachmittag auf dem Grundstück von Karl-Heinz Petersen in Osdorf empfingen, waren erstaunlich gut vorbereitet. Dies galt auch für Tim und Mika aus Noer. Die beiden Achtjährigen sind befreundet und haben sich nach eigenen Angaben schon immer für Bienen interessiert. Ob sie später vielleicht mal Imker werden wollen? „Ich könnte mir das gut vorstellen“, sagte Mika.

Thorsten Haß, im Hauptberuf Tierschutztechniker bei der Rinderzucht Schleswig-Holstein in Neumünster, betreibt die Imkerei seit 2010. „Schon mein Opa hatte Bienen“, erinnert er sich. Vor fünf Jahren bekam er das Angebot, von einem Verwandten einige Bienenvölker zu übernehmen. Mittlerweile ist er der Herr von 21 Völkern; jedes einzelne besteht aus bis zu 60000 Bienen. Diese seien so fleißig, dass in guten Jahren rund 1000 Kilogramm Honig zusammenkommen, berichtet der 48-Jährige. Mit dem Bienenjahr 2015 sind er und sein Imkerfreund Karl-Heinz Petersen „durchaus zufrieden“. Insgesamt gesehen sei es jedoch zu kalt gewesen, schränkt Thorsten Haß ein. Um Nektar abzugeben, bräuchten Pflanzen eine gewisse Wärme.

Der Höhepunkt für die Ferienspaß-Kinder war es, als sie sich Imker-Schutzanzüge überziehen durften und einen hautnahen Einblick in das turbulente Leben in einem Bienenstock bekamen. Die Sieben- bis Elfjährigen hielten sich mit Fragen nicht zurück. Warum hat der eine Bienenstock eine grüne Markierung am Einflugloch, der andere eine blaue oder rote? „An den Farben können die Bienen erkennen, welcher Stock ihrer ist“, erklärte Karl-Heinz Petersen. Jedes Volk hat Wächterinnen, die am Eingang ganz genau darauf achten, dass nur Stockgenossinnen hineinkommen. Nicht nur die „Türsteherinnen“, auch die Arbeitsbienen sind weiblich. Die Kinder erfuhren, dass die männlichen Bienen, die Drohnen, keinen Stachel haben und nicht arbeiten. Deshalb müssen sie andere Bienen um Futter anbetteln. Ihre einzige Aufgabe ist es, die Königin zu begatten.

Nicole Petersen steckte ihren Mann vor eineinhalb Jahren mit dem Imkerhobby an. Gemeinsam belegten sie einen Kursus beim Kieler Imkerverein. Mittlerweile kennt sich die 40-Jährige, die bei der Stadtverwaltung in Kiel arbeitet, bereits sehr gut mit den Insekten aus. „Man hört schon an ihrem Summen, ob sie gut drauf sind“, erzählte sie. Momentan muss die Osdorferin jedoch pausieren – „wegen einer Bienengiftallergie“.

Karl-Heinz Petersen, der als Friedhofsgärtner in Krusendorf tätig ist, freut sich, dass er über seine Frau zu einem „wirklich sehr schönen Hobby“ gekommen ist. „Man ist viel in der Natur, oft frühmorgens und es macht Spaß zuzusehen, wie die Bienen arbeiten.“

Der sprichwörtliche Bienenfleiß kommt nicht von Ungefähr. Die nützlichen Insekten können pro Tag bis zu 1000 Blüten bestäuben, und für ein Glas Honig (500 Gramm) legt ein Bienenvolk rund 120.000 Kilometer zurück.

Nachdem jetzt die Ferienspaß-Kinder alles über Bienen erfahren durften, planen die Imker für Ende August/Anfang September einen Erwachsenen-Tag.

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Ein Artikel von
Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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