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Lindau/Gettorf Nah dran an der Realität

Dorothee Schneider sitzt eingeklemmt hinterm Steuer eines alten Opel Corsa. Das Gesicht der 26-Jährigen ist blutverschmiert. Der Kleinwagen ist völlig demoliert. Glücklicherweise ist alles nur gespielt. Es handelt sich um eine Übung der Wehren Lindau und Gettorf.

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Glücklicherweise ist alles nur inszeniert: Großeinsatz für Feuerwehren und Rettungsdienst an der Straßengabelung Königsförder Straße/An der Mühlenau in Ruckforde.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Lindau. Lindau. Dorothee Schneider sitzt eingeklemmt hinterm Steuer eines alten Opel Corsa. Das Gesicht der 26-Jährigen ist blutverschmiert. Der Kleinwagen ist völlig demoliert. Die Teleskopgabel eines Frontladers hat die Windschutz- und die hintere linke Seitenscheibe durchstoßen. In der Ferne heulen Sirenen. Wenig später ist die Feuerwehr vor Ort. Dorothee Schneider weint herzzerreißend. Die Ersthelfer reden beruhigend auf sie ein. – Glücklicherweise ist alles nur gespielt. Aber das „Unfallopfer“ macht seine Sache so gut, dass Beobachter kaum glauben wollen, dass es sich hier um eine Übung handelt.

 Auch oben im Führerhaus auf dem blauen Schlepper wartet eine verletzte Frau auf Hilfe. Es handelt sich um Renate Jansen. Sie macht ein Gesicht, als wollte sie sagen: Das hat man nun davon, wenn man zwei Söhne in der Feuerwehr hat. Während andere Leute an diesem herrlichen Sommerabend Würstchen auf den Grill legen, muss sie ein verletztes Unfallopfer mimen und sich mit Hilfe einer sogenannten Rettungsplattform aus der Fahrerkabine befreien lassen.

 „Die Rettungsplattform ist eine Art Gerüst aus Alu und wird dort eingesetzt, wo es Höhenunterschiede zu überwinden gilt“, erklärt Einsatzleiter Sven Jansen, einer der beiden Feuerwehrsöhne von Renate Jansen. Dieses Rettungsgerät gehört, wie auch Schere und Spreizer, zur Ausrüstung eines Rüstwagens RW2. Da die Feuerwehr Revensdorf nicht über ein solches Fahrzeug verfügt, wird bei Bedarf der RW2 der Nachbarwehr Gettorf angefordert. Die Zusammenarbeit mit den Gettorfern sei hervorragend, sagt Sven Jansen. Dennoch sei es wichtig, immer wieder gemeinsam den Ernstfall zu proben. Das Zusammenspiel der Wehren weiter zu perfektionieren, sei die eigentliche Herausforderung der Übung. Schauplatz ist die Straßengabelung Königsförder Straße/An der Mühlenau in Ruckforde.

 Bürgermeister Jens Krabbenhöft, einige Passanten und auch ein paar jugendliche Skater schauen fasziniert zu, wie die Einsatzkräfte der Feuerwehren und der DRK-Rettungswache Kiel Hand in Hand arbeiten. Und – wie zufrieden ist der Einsatzleiter? „Das sieht alles gut aus, aber es gibt natürlich immer etwas, was man besser machen könnte“, kommentiert Sven Jansen das Zusammenwirken der insgesamt gut 30 Einsatzkräfte. Zu ihnen gehört auch Benjamin Hussong, der hauptberuflich als Notfallsanitäter tätig ist und ehrenamtlich seinen Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr Revensdorf versieht. Er sowie Markus Gertz und Rüdiger Hein bilden das First-Responder-, das Ersthelfer-Team der Feuerwehr Revensdorf.

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Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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