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Biotop per Eimer erschaffen

Eckernförde Biotop per Eimer erschaffen

Ein rund 1,5 Hektar großer See zum Preis von 5,90 Mark. Gibt’s nicht? Doch, den gibt es. Im Norden von Eckernförde. Umgeben von ganz viel Grün. In einem Revier von seltenen Pflanzen und Tieren. Michael Packschies hat ihn geschaffen. Mit einem Mörteleimer aus dem Baumarkt zum besagten Preis.

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Interview im Eimersee: Michael Packschies erklärt Sven Bohde die Entstehung des Biotops, während Daniel Wehrend und Tim Butenschön (von links) das Ganze mit Mikrofon und Kamera aufzeichnen.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. 25 Jahre ist es her, dass der Leiter für Naturschutz und Landschaftspflege im Eckernförder Rathaus den Behälter so in einem Kontrollschacht verkeilte, dass der Ablauf des verrohrten Lachsenbaches verschlossen wurde. Das Wasser begann sich zu stauen – und es entstand der Eimersee. Jetzt wird diese außergewöhnliche Geschichte vom Kieler Journalisten und Filmemacher Sven Bohde in einem Kurzfilm erzählt.

 Rückblick: Am 6. Dezember 1990 erläuterte Packschies örtlichen Pressevertretern, mit wie wenig Aufwand eine Koppel in ein Feuchtgebiet verwandelt werden kann. Das skeptische Kopfschütteln der Journalisten wandelte sich schnell in Erstaunen, als binnen kürzester Zeit in der Nähe der Bundeswehrstraße ein einzigartiges Gewässer entstand, der Eimersee. Der ist heute nicht nur das Aushängeschild für die 1984 begonnene ökologische Ausrichtung des städtebaulichen Planungskonzeptes von Eckernförde, sondern längst auch in Japan, Südkorea und den Vereinigten Staaten bekannt, wo Packschies ihn inzwischen vorstellte.

 Und weil die Entstehung des Sees in wenigen Monaten exakt ein Vierteljahrhundert her ist, wird das Ganze nun verfilmt. Im Auftrag der Stadt erinnert Dokumentarfilmer Sven Bohde an die Anfänge und lässt sich im Gespräch mit Michael Packschies erklären, wie sich das Areal entwickelt hat und was im Bereich dieses Biotops inzwischen so alles wächst und gedeiht. Nicht nur Enten, Blässhühner und Teichrallen haben den Eimersee als Lebensraum angenommen, sondern auch Zwerg- und Rothalstaucher, Bekassinen, Höckerschwäne und Graureiher sind hier anzutreffen. Und mitunter schaut auch der Eisvogel vorbei. Als einzige Fischart konnten bislang Moderlieschen bestimmt werden. Die Sumpfschnecke, ein Indikator für intakte Feuchtgebiete, fühlt sich hier ebenfalls äußerst wohl. Das gilt auch für Kröten, Frösche und Molche, deren Laichgewässer der Eimersee ist.

 Am Ufer und im Wasser sind unter anderem der Breitblättrige Rohrkolben, das Zottige Weidenröschen und der Kriechende Hahnenfuß vertreten. An den ehemaligen Entwässerungsgräben trifft man auch Sumpfdotterblumen, Moor-Labkraut und Berlen. Einige dieser Arten stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen in Schleswig-Holstein.

 Der Film, den Packschies nach Fertigstellung auch für Vorträge verwenden will, wird maximal zehn Minuten lang sein. Die Uraufführung soll am 6. Dezember in Eckernförde stattfinden. Wo, steht noch nicht fest.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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