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Das grüne Hemd verdient

Hütten Das grüne Hemd verdient

Eine schwedische Räumaxt sieht man als Finanzministerin nicht alle Tage. Monika Heinold (Grüne) bekam das Forstwerkzeug gestern von dem elfjährigen Christopher gezeigt. Während ihrer viertägigen Sommertour schaute sie sich im Hüttener Landeszentrum der Waldjugend um. Dort veranstalten die Waldläufer gerade mit 34 Kindern und Jugendlichen, meist zwischen zehn und 13 Jahren alt, ihr vierzehntägiges Offenes Lager. Betreut werden sie rund um die Uhr von 17 Waldläufern mit Jugendleiterschein – und das alles ehrenamtlich.

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Schön schlammig: Kevin, Orm, Marie und Noel (von links) befreien einen Nebenarm der Hüttener Au von Kraut und Schlamm, um die Fließgeschwindigkeit zu harmonisieren.

Quelle: Birgit Johann

Hütten. Unter den insgesamt rund eine Million Schleswig-Holsteinern, die sich ohne Bezahlung engagierten, seien zahlreiche junge Menschen, die sich auch während der Sommerferien für die Gemeinschaft einsetzten, lobte die Ministerin. Nachdem sie sich im vergangenen Sommer viele Straßen und Häuser zum Thema Infrastruktur angeschaut habe, ziehe es sie unter der Überschrift Jugend im Ehrenamt diesmal in die Natur. In Eckernförde hatte sie tags zuvor die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft an der Ostsee aufgesucht, in Hütten war jetzt der Landesforst an der Reihe.

Zu den Tätigkeiten der Lagerteilnehmer gehören neben kreativen Bastelarbeiten, Singen am Lagerfeuer, einer Playbackshow und Ausflügen auch leichte Forstarbeiten, etwa das Freischneiden von Wirtschaftswegen, einen Bachlauf zu reinigen und überzählige Bäumchen fällen.

Nachdem Monika Heinold den Blick in eine Kothe geworfen hat, eines der schwarzen Pfadfinderzelte, in denen die Kinder in Schlafsäcken auf Matten nächtigen, guckte sich die Ministerin eingehend den Waldläuferpass von Roman (10) aus Goosefeld an. Anders als viele weitere Teilnehmer des Jugendlagers, die aus allen Teilen Schleswig-Holsteins stammen, gehört Roman der Waldjugend als begeisterter Naturbursche schon offiziell als Mitglied an und trägt ein grünes Hemd. Die Ministerin ist von der sichtlichen Begeisterung der Kinder und ihrer Betreuer angetan.

Allerdings: Insgesamt acht der ursprünglich 42 Mädchen haben sich im Laufe der Zeit von ihren Eltern abholen lassen. Für die anderen ist am Sonnabend Schluss. „Diesmal war es härter als sonst”, räumt der Patenförster der Waldjugend, Thomas Kahn, ein. Regen und Kälte hätten das offene Jugendwaldlager an vielen Tagen zur Herausforderung für alle werden lassen. Heinolds Ankündigung, das Land werde die Waldpädagogik weiterhin angemessen finanziell unterstützen, kommentiert Kahn mit einem Strahlen und den Worten: „Sie haben das grüne Hemd verdient!”

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