18 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
„Fisch-Rock“ von der Küste

Neue Band aus Eckernförde „Fisch-Rock“ von der Küste

Coversongs? Nee, das ist nichts für sie. Show-Effekte? – schon gar nicht. Die neue Eckernförder Band mit dem seltsamen Namen Stromabnehmer Schultze setzt auf eigene Kompositionen und Mucke, die in die Beine geht.

Voriger Artikel
Pkw landete auf den Gleisen
Nächster Artikel
Einstimmig für Villa-Konzept

Musik mit Bodenhaftung: Sven Masur (Gitarre/Gesang), Peer Muhl (E-Gitarre), Stefan Walter (Bass/Gitarre/Keyboard), Manuel Stryszyk (Tontechnik) sowie Marc (Schlagzeug) und Andreas Szymetzko (Gesang, von links).

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Ihre Texte stammen direkt aus dem Leben der kleinen Ostseestadt. „Fisch-Rock“ nennen die fünf Musiker ihre Klänge von der Küste.

 Stromabnehmer Schultze, das sind Sven Masur (Gitarre/Gesang), Andreas Szymetzko (Gesang), sein Sohn Marc (Schlagzeug), Stefan Walter (Bass/Gitarre/Keyboard) und Peer Muhl (E-Gitarre). Vergangenes Jahr haben sich die Fünf zusammengefunden, die aus ganz unterschiedlichen Berufen kommen. Seefahrt, Fleischerei, Event-Management und Feinmechanik vereinen sich hier zu einer neuen musikalischen Kraft. Unkompliziert, wie die Band-Mitglieder selbst, ist auch die Erklärung für den Namen: „Wir machen Songs aus Eckernförde und der Region“, sagt Sven Masur. „Schultze ist eben ein typisch deutscher Name, und Stromabnehmer steht in jedem Haushalt auf der Stromrechnung.“ Alles klar?

 Es regnet zur Aalregatta in Eckernförde. Doch vor der „jungen Bühne“ haben sich schon 50 Fans versammelt, die keine Angst vor einem Kurzschluss haben. Die Stromabnehmer stehen noch lässig beim Soundcheck und rauchen eine letzte Zigaretten. „Wenn wir anfangen, kommt die Sonne raus“ , sagt Frontmann Andy und blinzelt gen Norden, wo es aufklart. Und dann, nach ein, zwei Aufwärmern, kommt das Lied, auf das auch das Fan-Trio Nadine Büttner, Katharina Liedtke und Bonnie Jessen schon gewartet hat: die Eckernförder Hymne, die „Gebückt“ betitelt ist. Wer hier an einen Räucherfisch denkt, liegt falsch. Stattdessen weht eine Salzbrise von der Bühne herunter. „Eckern und seine Förde, Kieler Sprotten komm’ von hierher, graue Boote, Stadt am Meer....“, röhrt Andy ins Mikro. „Da ist vieles drin, was Eckernförde ausmacht“, freut sich Nadine. Doch die Stromabnehmer können auch weniger hymnisch. Das ist von durchzechten Nächten die Rede („freitags trink’ ich nie“), von rätselhaften Frauen und von Sturm-Kursen: „Verstärkt die Taue, bevor die Nacht anbricht, der Steuermann will Bier...“ Nur dem Magen des Passagiers, dem geht es nicht so gut. Ehrliche, ungekünstelte Texte aus dem Alltag paaren sich mit einem treibenden Rock-Rhythmus, der in die Beine geht. „Wir machen mal ’ne Band auf“, sagten sich 2015 Sven Masur und Andreas Szymetzko, die beide bei der WTD 71 zur See fahren, und fanden Mitstreiter. Inzwischen haben die Stromabnehmer ihre erste kleine CD veröffentlicht und eine feste Fan-Gemeinde. Es sind Lieder aus der Gegend, so wie das Stück „Rotzentüdder“ über einen Windebyer Motorradclub. Die hatten sich einen Song gewünscht, und Sven hat ihn gleich geschrieben.

 Fast jedes Wochenende sind die Fünf im Sommer zwischen Flensburg und Hamburg unterwegs und rocken den Norden. Ende August sind die Stromabnehmer beim Baltic Open Air in Schleswig zu hören.

 Außerdem planen sie ein Album mit 18 neuen Liedern. Handgemacht, wie immer, bei der Eckernförder Band. Und Gitarrist Peer Muhl baut sogar seine E-Gitarren selbst.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3