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Flüchtlinge ziehen ins Klassenzimmer

Gettorf Flüchtlinge ziehen ins Klassenzimmer

Wo im Herbst noch Fünftklässler die Schulbank drückten, entsteht jetzt eine Unterkunft für Flüchtlinge. In eine Containeranlage in Gettorf sollen ab Mitte Februar schrittweise bis zu 90 Asylbewerber einziehen.

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Baubesprechung im Container, wo künftig Flüchtlinge untergebracht werden sollen: Architektin Britta Hoy (von links), Elektromeister Thorsten Müller, Tischler Christoph Arp, Zimmerer Gerhard Mordhorst, Heinz-Günter Bötel (Heizung, Lüftung Sanitär), Bauamtsleiter Sönke Jacobsen und Verwaltungsmitarbeiter Kenneth Sydow planen die nächsten Schritte.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Deshalb lässt das Amt Dänischer Wohld die ehemaligen Pavillonklassen der Isarnwohld-Schule umgestalten. Dafür veranschlagt die Verwaltung rund 400000 Euro. Weil die Flüchtlingsunterkunft neben einer Schule liegt, erhält Amtsdirektor Matthias Meins noch immer Mails und Anrufe besorgter Bürger. „Nach den Vorfällen zu Silvester in Köln sind vier bis fünf Anfragen hinzugekommen“, sagt der Jurist.

 Es riecht nach frischem Holz im 541 Quadratmeter großen überdachten Innenhof der Containeranlage. Es ist kühl an diesem Vormittag, dieser Bereich ist nicht beheizt. Eine Säge kreischt, aus dem Radio dröhnt Popmusik. Auf der Baustelle herrscht rege Betriebsamkeit: Tischler, Zimmerer, Elektriker und Heizungsbauer wuseln geschäftig zwischen Holzbalken, Kabeln und großen Rollen mit Mineralfaserwolle. „Die erste Hälfte ist im Februar fertig“, berichtet Bauamtsleiter Sönke Jacobsen. Kurz vor Weihnachten hatten die Arbeiten im vom Schulverband Gettorf und Umgegend gepachteten Komplex begonnen. Bis zum 1. März sollen die Arbeiten in der Unterkunft komplett abgeschlossen sein.

 Deshalb legt sich nicht nur Michael Krause ins Zeug, der Tischler schneidet gerade Mineralfaserwolle zu, die zur Dämmung von Holzwänden dienen soll. Damit werden im Innenhof zwei Räume für Kochstellen, Duschen, Waschmaschinen und Trockner gebaut. Ein Dutzend kräftiger Handwerker wuchtet eine neue Holzwand empor, die künftig eine Containerwand bedeckt, worauf ein großer Leuchtturm zu sehen war. „In den Küchen werden noch Heizkörper installiert“, berichtet Jacobsen.

Zehn ehemalige Klassenzimmer

 Wohnen sollen die Flüchtlingen in zehn ehemaligen Klassenzimmern. Ein Gettorfer Zimmereibetrieb versieht jeden Raum (54 Quadratmeter) mit zwei Holzwänden, um ihn in drei Zimmer für wiederum jeweils drei Flüchtlinge zu unterteilen. Ein Etagen- und ein Hochbett dienen dem Bauamtsleiter zufolge dann als Schlafmöglichkeiten. Kühl- und Wäscheschränke, Tische und Stühle ergänzen die Einrichtung. Durch einige Fenster ist die benachbarte Sportanlage zu sehen. „Ein Elektriker bringt noch zusätzliche Steckdosen an und schaltet die Beleuchtung anders“, erklärt Jacobsen. Das elfte ehemalige Klassenzimmer soll nach seinen Worten als Gemeinschaftsraum dienen.

 Unterdessen erklärt Matthias Meins: „In keinem Fall wird die Unterkunft sofort komplett voll sein.“ Die Belegung mit Asylbewerbern erfolge schrittweise. Aktuell geht der Amtsdirektor davon aus, dass dort männliche Flüchtlinge untergebracht werden. „Gegebenenfalls können aber Familien darunter sein, wir wissen es zum gegenwärtigen Zeitpunkt einfach nicht“, so der Verwaltungschef. Die Pläne sehen nach seiner Aussage vor, dass vor Ort von 7 Uhr bis Mitternacht ein Sicherheitsdienst im Einsatz sein werde. Zudem sei eine „intensive Betreuung der Asylbewerber“ durch den ehrenamtlichen Flüchtlingsbeirat vorgesehen. Ein Zaun soll die Unterkunft vom Schulgelände trennen.

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