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Amt Schlei-Ostsee Integration über Sprache

135 statt angekündigter 74 Asylbewerber müssen in diesem Jahr im Amt Schlei-Ostsee untergebracht werden. Damit es mit der Integration der Flüchtlinge klappt, will das Amt Schlei-Ostsee in diesem Jahr Deutschkurse an den Volkshochschulen in Damp, Fleckeby und Karby mit je 5000 Euro bezuschussen.

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Thies Meeves vom Fleckebyer Willkommenskreis für Asylbewerber fordert, dass die Asylverfahren beschleunigt werden.

Quelle: Rainer Krüger

Amt Schlei-Ostsee. Amt Schlei-Ostsee. 135 statt angekündigter 74 Asylbewerber müssen in diesem Jahr im Amt Schlei-Ostsee untergebracht werden. Damit es mit der Integration der Flüchtlinge klappt, will das Amt Schlei-Ostsee in diesem Jahr Deutschkurse an den Volkshochschulen in Damp, Fleckeby und Karby mit je 5000 Euro bezuschussen. Einmütig stimmten die Mitglieder des Hauptausschusses des Amtes am Dienstag für eine entsprechende Empfehlung. Weiter soll der Vertrag für Sozialarbeiter Volker Schimkus von 15 auf 25 Wochenstunden erweitert werden. Da das Amt mehr Landesmittel für die Asylbewerber erwartet, dürfte das Aufstocken des Vertrags laut Amtsdirektor Gunnar Bock per Saldo zu keinen Belastungen des Amtshaushalts führen. Da bereits Zuschüsse vom Kreis zugesagt sind, die vom Amtszuschuss abgezogen werden, dürften auch für den Deutschunterricht real nur 10000 Euro herauskommen.

Ordnungsamtsleiter René Kinza hatte zuvor über die aktuelle Lage berichtet. 59 Asylbewerber wurden bereits aufgenommen. Damit haben aktuell 123 Flüchtlinge mit unterschiedlichem Verfahrensstatus in den 19 Amtsgemeinden ein Quartier. Kapazitäten für 70 weitere Personen seien vorhanden. „Gleich nachdem Ministerpräsident Torsten Albig angekündigt hatte, dass er mit mehr Bewerbern rechnet, haben wir alles fallen gelassen und nach neuen Unterkünften gesucht“, blickte Kinza zurück. Wie es 2016 aussehen wird, konnte er noch nicht abschätzen.

„Ich bin stolz auf die ehrenamtliche Betreuung. In Damp, Fleckeby und Höxmark haben sich Willkommenskreise gebildet“, sagte Kinza. Sein Vorschlag: Ein Koordinator sollte die Aktionen der Willkommenskreise abstimmen. Dafür konnte er sich eine Stelle mit fünf bis zehn Wochenstunden vorstellen.

Mit Thies Meeves (56) vom Willkommenskreis in Fleckeby meldete sich einer der Ehrenamtler zu Wort. Sein Appell an die Mitglieder: „Es ist wichtig, die Asylverfahren zu verkürzen.“ In der Phase der Ungewissheit und ohne Arbeit würden die Flüchtlinge oft jede Struktur verlieren. Probleme, die Forderung auch an den Kreis, das Land oder den Bund zu stellen, hatte er nicht. „Ich werde wohl höher gehen müssen“, sagte er mit stiller Unterstützung des Gremiums.

Zum Vorfall in Höxmark äußerte sich Kinza auch. Dort hatten Unbekannte am 6. Mai gegen 2 Uhr eine von Asylbewerbern gebastelte Strohpuppe mit Benzin übergossen und angezündet. Von einem fremdenfeindlichen Motiv der Täter geht er nicht aus, denn sonst hätten sie wohl entsprechende Hinweise hinterlassen. Der nach dem Feuer georderte Sicherheitsdienst in Höxmark bleibt weiterhin tätig. Dort wohnen derzeit 30 Asylbewerber. Die Staatswaltschaft hat eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise ausgelobt, die zum Ergreifen der Täter führen.

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